Barfuß durch Trier… Oder: Yoga, so wie ich es nicht kenne:)

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Ja… da tippsle ich schlaftrunken noch schnell eine Überschrift in das Blogprogramm – und veröffentliche statt zu speichern^^

Aber gut, das ist dann der Ansporn, gleich morgens den Bericht zu vervollständigen; )

Nun also zu meiner ersten Yogastunde bei meiner neuen Lehrerin:

Frohen Mutes machte ich mich auf den Weg nach Trier, in Richtung Innenstadt. Denn das Yoga-Loft ist tatsächlich mitten drin in dem Städtchen und seinen vielen mittelalterlichen Häusern!
Ein früherer Getreidespeicher wurde umgebaut, renoviert und: Erstrahlt nun als Yoga-Loft von Sarasvati:-)

Man gelangt über eine herrlich alte, schiefe und krumme Wendeltreppe in das Dachgeschoss des alten Hauses. Ein wenig fühle ich mich an Pisa erinnert.

Auf dem Weg nach Trier verriet mir Facebook übrigens:
Meine neue Yogalehrerin hat heute Geburtstag! …und ich hab kein Geschenk…:(

Nun denn, ich sehe es als gutes Zeichen, ausgerechnet heute die erste Lektion zu erhalten und trete ein ins Yogaparadies.

Es sind bereits einige andere Frauen da, aber: niemand hier sieht aus, wie die Mädels in einer nicht unbekannten Fitnessbranche, deren Yogastunden ich einst wahrnahm.

Diese Mebschen hier haben irgendwie Charakter, und ich entspanne mich, lege die Anspannung des Neuen an der Tür ab;)

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Sarasvati begann die Stunde mit einer Erzählung. Und zwar aus der Zeit, in der sie selber (!) in Afrika lebte, und dort mit den Menschen zusammen den Alltag in der Wüste erleben durfte. Wobei Alltag hier definitiv das falsche Wort ist…;) Denn in der Wüste ist alles abhängig von der Natur. Niemand würde in die Natur eingreifen, um es sich selber bequemer zu machen, und so ziehen die Menschen, die in der Wüste leben als Nomaden immer von Ort zu Ort.
Wie kostbar das Wasser ist, wenn man mal erlebt hat, wie knapp es in der Wüste ist, dann ist man gleich um so bewusster, was für ein Gut wir hier ständig zur Hand haben.

Was mich besonders beeindruckte: Sarasvati kann ihre Erlebnisse so formulieren, dass man glatt meint, man wäre mit ihr gereist! Ach, vielleicht ist das ja mal irgendwann Realität;)

 

Nach dem kurzen Lektion, die uns die Wüste und ihre Unendlichkeit näher brachte, ging es auch schon los, mit der ersten Einheit: Afroyoga.

 

Und wir sollten lostanzen. Freier Tanz. Für mich doch kein Problem, schließlich bin ich aus dem Ballett hier her stolziert.

… haha. Denkste!

Ich fühlte mich etwas steif, mir fehlte zunächst die genaue Vorgabe des Bewegungsablaufes. Einfach lostanzen? Für mich schon immer eine Übung der Überwindung, denn ich habe ständig Angst, aus dem Rahmen zu fallen… Und dann stolpere ich schon wieder über das Ballett: „Ins Plié bitte“ heißt bei mir: Fußspitzen nach außen! Knie raus, Bauch rein, die Arme… Stopp. Hier war die afrikanische Grundhaltung gemeint.

Also: Vergiss mal all die Strenge, lass das mit den Fußspitzen sein, und sowieso FÜßE: Bisher waren diese eher eine Art Handwerkszeug, mit wenig Beachtung gewürdigt. Meist in Spitzenschuhe verpackt, ihre Schmerzensrufe verdrängt.

Und nun soll ich mich auf die Füße konzentrieren. In den Bauch atmen. Irgendwie schrecklich anders.

Aber auch schrecklich schön, da es sehr befreiend ist!!!

 

Wenn man sich einfach gleiten lässt, und den Kopf ausschaltet, geht es sogar richtig gut, und ich fange an, die Klänge der Afrikanischen Musik zu inhalieren.

Es tut gut, und: IST ANSTRENGEND! Ständig im Plié zu bleiben ist in der afrikanischen Variante nicht weniger anstrengend:-)

Genau die „Probleme“, die ich mit der Art Bewegung habe, zeigen meine Defizite, die ich durch diese Yogavariante  ausgleichen kann: Steifheit, Angst vor Ausgelassenheit, meine Füße, und die BAUCHatmung, wo man doch beim Ballett alles tut, um den  Bauch zu verstecken!

 

Und nach dem Tanz folgt eine Runde Hatha-Yoga mit dem Mondgruß, den ich schon immer einmal kennen lernen wollte.

 

Und da fühle ich mich wieder vollständig in meinem Element.

 

Ach, es tut gut, meine Muskeln sind in letzter Zeit etwas eingerostet, und am Ende spüre ich meinen Körper so intensiv wie schon lange nicht mehr!

Danke, Sarasvati, für dieses Erlebnis, und bis nächste Woche!!!

NAMASTE!

Mira

 

 

 

 

 


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