Bestandsaufnahme: Wo stehen wir?

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Liebe Leser,

heute werde ich mich nach bald einem Jahr mal wieder eine „Bestandsaufnahme“ widmen. Wo stehen wir? Was ist in den letzten 12 Monaten passiert? Was haben wir gelernt?

Fangen wir mit meiner herzallerliebsten Maus an: PÜPPILOTTA!

Püppi ist nun zwei Jahre alt. Sie geht seit drei Monaten in den Kindergarten und ist seit dem so unfassbar groß geworden. Nicht nur körperlich, vor allem im Kopf *g* Ja, ich habe hier einen kleinen Trotzkopf!!! Und zwar einen richtig klischeemäßigen Trotzkopf mit Wutanfällen, Heulkrämpfen und den ersten Grenzenauslotungsversuchen…

Mit einem mal kann sie so viel alleine… Sie räumt selber auf, kann sogar alleine einen Kakao machen (okay, ich sehe mal über die Milchpfütze neben der Tasse hinweg^^). Und alles, was sie alleine kann, WILL sie auch alleine machen! Wehe, wehe, Mama nimmt ihr die Milchtüte aus der Hand, ich darf nicht mehr ihre Hand im Treppenhaus halten, sie muss unbedingt alleine ihre Kleidung raussuchen! 🙂

… und kann dann doch nach einem anstrengenden Tag im Kindergarten wieder der Meinung sein, auf Mamas Arm vom Auto in die Wohnung getragen werden zu müssen (Treppen? Wie geht das???), bei Mama im Bett schlafen zu wollen und den Schnuller nicht hergeben zu können.

Ach, dieser ständige Wechsel zwischen Baby und Kindergartenkind… Manchmal bringt er mich auf die Palme!!!

Aber es ist so unfassbar süß. zu sehen, wie stolz und gleichzeitig zart die Kleine ist:)

Ein Problem macht uns im Moment gewaltigst zu schaffen:

Sie spricht noch nicht so wirklich viel.

Und krepiert dann daran, wenn wir nicht gleich verstehen, was sie will. „Da!“ ist nämlich nicht sehr aussagekräftig wenn man mit dem Finger in ein Zimmer zeigt;) Ich renne dann umher und nehme alles in die Hand, was gerade in dieser Richtung zu finden ist:

Den Ball? – „NEIN! (das kann sie schon, haha)

Das Buch – „NEEEEIN!“

Den Bär??? – „NEEEEEEEEEIN, NEEEEIEN, NEIN!!!!!!!“ Es folgt ein auf den Boden schmeißen und sich tierisch über Mama und sich selbst aufregen.

Und ich war wohl genau so in dem Alter *stöhn*

Bei mir hat es bis zum dritten Geburtstag gedauert bis ich reden konnte.

Na dann: Das kann ja heiter werden!

Aber wie heißt es so schön? Man kann froh sein, wenn dies die einzigen Problemchen sind, nicht wahr?

Die einzigen Problemchen?

Äh, da war doch was…

Zum Beispiel die schreckliche Borreliose im Sommer, die mir große Sorgen gemacht hat. Die erst von keinem Arzt erkannt wurde und dann recht spät mit wochenlanger Antibiose behandelt werden musste.

Dann hatten war da die doofe OP von mir, die für einige Zeit sämtliche Organisation unserer Abläufe auf den Kopf gestellt hat. Und Püppi ist solch ein Gewohnheitstier. Sie kann es nicht ab, wenn mal etwas anders als sonst läuft;)

Was war noch?

Ja, Mama geht wieder arbeiten!

„Nur“ halbtags, aber dennoch: Alles ist seit dem anders.

Zum einen fühle ich mich wieder wie eine Frau, vollweriger, ausgelasteter. Andererseits ist es fast schon an der Grenze zum machbaren, denn die Wege, die an einem Tag zurückgelegt werden müssen, sind gewaltigst.

Und ich habe ständig ein schlechtes Gewissen…

Entweder, weil ich meiner Tochter nicht gerecht werden kann. Jedenfalls nicht so, wie ich es gerne würde. Es ist einfach ein schreckliches Gefühl, wenn man kurz vor halb Fünf in den Kindergarten kommt, und da nur noch Püppi mit der Erzieherin spielt:-(

Das ist bisher erst ein paar mal vorgekommen, aber es lässt sich nicht immer vermeiden.

Und dann: Wie kann ich meinem Arbeitgeber gerecht werden???

Ist das Kind krank, ja klar, wer bleibt zu Hause? -Ich!

Und das ist auch bei einer Halbtagskraft schon viel, wenn es sich um so langwierige Sachen wie eine Borreliose oder Windpocken handelt.

Dann kam auch noch das Pfeiffersche Drüsenfieber, und schwupp war ich drei Wochen nicht arbeiten.

Aber wie soll man es denn machen?

Meine Eltern arbeiten beide, und ich werde den Teufel tun und mein Kind dann zu jemand anderes geben. Denn wenn Püppi krank ist, braucht sie extrem viel Geborgenheit, da muss Mama dann mit der Babytrage her.

Ist das nicht total normal?

Nun ja. Auch Püppilotta wird größer. Und auch sie wird all diese doofen Kindergarten-Krankheiten irgendwann durch haben und dann hoffentlich nicht mehr so anfällig sein.

Und was ist mit Mama?

Die fällt auf alles herein, was sich so bietet… Wahrscheinlich bin ich ein zu gutgläubiger Mensch, und manchmal zu naiv. Aber ist denn nicht auch eine Mutter irgendwo auch einfach nur eine Frau, die gerne Bestätiung um ihrer selbst bekommt?

 


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