Eine kleine Theaterkritik: Das Musical „Hair“ im Theater Trier

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Oh Ihr Lieben,

ich hatte gestern einen so wunder-, wunderbaren Abend im Stadttheater Trier:-)

Und zwar war ich mit meiner Mama das Musical „Hair“ anschauen, ein Püppilotta – freier Abend, der um ehrlich zu sein nach den Tagen voller Windpocken-Knatscherei auch wahrlich verdient war!!!

Das Musical kannte ich bis gestern bereits aus der verfilmten Fassung, von daher wusste ich zu mindestens grundsätzlich, worum es geht. Und was die Lieder an geht:
Wer kennt nicht die bekannten Lieder „Aquarius“, „Let the sun shine“ oder „Hare Krishna“??!

 

Erwartungsvoll ging es kurz vor Vorstellungsbeginn in den Zuschauersaal (ein wenig wehmütig, bisher kannte ich das Theater eher aus der anderes Perspektive, und JA! ich bin immer ein wenig eifersüchtig auf alle, die den Bühneneingang nehmen dürfen^^).

Und schon ging es los:

Eine moderne und schlichte Kulisse entführte uns in die Welt der Hippies, die 60er und 70er, dieses Lebensgefühl begleitet von Drogen, Widerstand und leider auch der Einberufung in den Vietnamkrieg. Aber: Sind das wirklich leere Plastikflaschen, die da baumeln? Habe ich nicht fast genau das gleiche Bühnenbild schon einmal irgendwo in einem anderen Stück gesehen??? Und was soll es darstellen, `Leergut an Fäden´ aufzuhängen?

Nee, das geht auch schöner. Zum Glück sind da die Darsteller:

 

Nadine Eisenhardt, die Darstellerin von „Sheila“ sing so atemberaubend, dass mir vor Begeisterung eine Gänsehaut über den Rücken läuft.

Hair

 

Cornelia Hain, die in der Rolle von „Ronny“ die Paradelieder „Aquarius“ sowie „Let the sun shine“ singt, begeisterte nicht weniger, passt einfach perfekt in diese Rolle.

Diese zwei Frauen sind einfach unglaublich gute Sängerinnen, man hätte sie auch schlichtweg ohne Mikrofon singen lassen können.

Der Rest des Ensembles gleicht durch gutes darstellendes Spiel sowie viele Tanzeinlagen das in meinen Augen viel zu moderne Bühnenbild aus. Irgendwie war es mir zu reduziert, zu steril, man konnte sich nie wirklich den Ort des Geschehens vorstellen. Dabei wurden teilweise Originalbilder aus der Zeit und dem Vietnamkrieg auf eine große Leinwand projiziert.
Man hätte es genau so gut weglassen können.

 

Nach einer Pause wurden wir von einem Ensemble überrascht, dass um Welten besser war, als in der ersten Hälfte des Stückes. Irgendwie war hier mehr Power auf der Bühne, es war weniger zäh, und zum großen Finale schafften alle zusammen das, was mein persönlicher „Musicaltest“ ist:

Ja, mir liefen die Tränen vor Ergriffenheit! Der Moment, in dem das Ensemble a capella „Let the sun shine“ sang, in einer wundertollen Choreografie und mit größter Überzeugungskraft, da war es um mich geschehen:-)

Das Publikum würdigte diese Darstellung mit Standing Ovations und forderte zwei Zugaben. Und hätte auch eine weitere gern gesehen, doch leider, leider war dann SCHLUSS…

Und ich musste erst einmal die Tränen trocknen, und den Nachhall in mir sacken lassen.

 

 

Würde ich noch einmal das Stück besuchen?

Nein. Einmal ist es absolut sehenswert, ein zweites mal würde ich wahrscheinlich wegen dem Bühnenbild die Krise bekommen.

Danke an die Schauspieler, Sänger und Tänzer, die auch ganz ohne dieses hervorragende Leistungen zu Tage brachten!


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