Erinnerungen an die Deutsche Wiedervereinigung

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Hallo ihr Lieben,

heute, zum Tag der Deutschen Einheit möchte ich mit euch  meine Erinnerungen zum 09. November 1989 und dem 3. Oktober 1990 teilen.

Am 8. November (ich war damals 26 und Sportler) war ich bei meinen Eltern, da am nächsten Tag meine Fahrt nach Berlin zu einem alljährlichen Sportereignis anstand. Mit meinem Sportverein dem DJK Lowick war dies die 15. Fahrt zu unserem traditionellen Crosslauf nach West-Berlin. Die meisten davon hatte ich übrigens siegreich absolviert. ^^

Auf jeden Fall saß ich mit meinen Eltern im Wohnzimmer vor dem Fernseher als auf dem ersten Programm eine Textnachricht unten vorbeilief: Die Mauer ist offen!

Dies berührte mich, vor allem aber meine Eltern, die dort aufgewachsenen sind. Viele Verwandte von uns wohnten und wohnen noch dort, die wir auch häufiger besucht haben.

Auf jeden Fall nahm ich Sekt und 100 DM mit als ich am folgenden Tag mit meinen Sportkameraden gen Berlin fuhr. Uns kamen auf der A2 ungezählte Trabbis entgegen. Am Grenzübergang Marienlinde stieg ich aus und sucht und fand glückliche und dankbare Abnehmer für meinen Sekt und meine 100 DM, auch wenn sie ja alle 100 DM Begrüßungsgeld erhielten.

Am Abend (dem 09.11.89) war ich dann am Brandenburger Tor und stand auf der Mauer, was ein sehr bewegendes Gefühl war. Und immer wenn ich Bilder davon sehe, berührt es mich sehr. Zudem suche ich mich immer noch auf den Bildern. Habe mich aber bis heute noch nie auf einem gesehen. Als dann die ersten anfingen Mauerstückchen abzuschlagen, habe ich eines für meine Eltern ergattern können.

Am nächsten Tag kamen über 1 Millionen DDR-Bürger nach Westberlin, der Kurfürstendamm war im Zentrum für Autos gesperrt. Es waren unglaubliche Massen, zumindest für mich, unterwegs. Die Stimmung war so ausgelassen und freudig, einfach wundervoll. Die „Ossis“ holten sich ihr Begrüßungsgeld bei den Banken ab, die alle an diesem Samstag geöffnet hatten und ließen es in den Kaufhäusern, welche es in „Koffern“ wieder zu den Banken tragen mussten, da nicht genügend Bargeld vorhanden war.

Ein knappes Jahr später zum Tag der Wiedervereinigung, ich studierte Betriebswirtschaftslehre in an der Westfälischen Wilhelms Universität in Münster und war mit Freunden auf dem Schlossplatz. Dort fand eine etwas größere Party statt. Ich erinnere mich noch wie ich mir damals ein halbes lächelndes und trauriges Gesicht anmalte. Eines stand für die Freude über die Wiedervereinigung eines Volkes welches zusammengehörte, wenn ich heutzutage auch immer wieder mal daran zweifle. Das traurige Gesicht stand für die Art der Wiedervereinigung. Es kam mir vor wie eine gekaufte Entscheidung, wobei das westdeutsche Gesellschaftsprinzip einfach auf die neuen Bundesländer überstülpt wurde. Dabei war nicht alles schlecht, was es damals gab.

Damals glaubte ich schon nicht der Aussage unseres damaligen Bundeskanzlers, dass es vielen besser und keinem schlechter gehen würde. Was sich aber spätestens in den letzten Jahren auch gezeigt hat.

Viele Grüße

Deva


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