Gastbeitrag von Janina (http://www.herzmutter.de/): Kann man heute noch Kinder in die Welt setzen?

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Hallo Ihr Lieben!! 

Heute präsentiere ich euch etwas ganz besonderes: Einen GASTBEITRAG von der lieben Janina alias Herzmutter, die ihr hier findet: http://www.herzmutter.de/:

Liebe Mira, zuerst einmal vielen Dank für die Möglichkeit, bei dir einen Gastbeitrag zu schreiben. Ich freue mich wirklich sehr darüber, zumal ich gerne bei dir mitlese und auch gerne dein Thema aufgreifen möchte, das du zuletzt gewählt hast. Vielleicht ist das ja auch für deine Leser ganz amüsant, was eine andere Bloggerin dazu schreiben möchte. (Kommentar von der „Redaktion“: Ja aber HALLO!!!)

 

Wie sehe ich die Menschen?

Als pessimistische Teenagerin die ich war, schön dick eingewickelt in schwarze Stoffe und schwarzweißes Gothic Make-up war für mich eines klar: in diese beschissene Welt kann ich doch keine Kinder setzen. Alles scheiße und so, kennt man ja. Als Studentin einige Jahre später war nicht mehr alles ganz so schwarz, aber dennoch waren die Welt und ich keine dicken Freunde. Vielleicht habe ich deswegen Sozialpädagogik studiert: um das Gute im Menschen zu finden. Was soll ich sagen? Es ist mir gelungen! Ich habe mit richtig schwierigen Jugendlichen und auch Kindern gearbeitet, unter anderem in der Heimerziehung und auch in der Psychiatrie. Jeder Mensch strebt nach Anerkennung und Respekt, und wenn man ihm dies entgegenbringt, bekommt man es zumeist auch zurück, früher oder später. Worauf ich mit diesem Geschwafel hinauswill: der Mensch ist im Grunde genommen gut, der Mensch als Konstrukt, nicht jeder Einzelne natürlich.

 

Ein bißchen Luther, ein bißchen Philosophie

Auch deine Thesen die Natur betreffend will ich mit einem Zitat von Luther beantworten (nicht dass ich so christlich wäre, aber ich ging mal auf eine Martin Luther Schule, da wird man mit Zitaten geimpft): „Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, so würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“ Ja manchmal kann ich selbst nicht glauben, dass ich so ein positiver Mensch bin – vielleicht mit ein Grund, warum ich versuche, vegan zu leben. Wenn man das Glas als halb voll bezeichnet, mag man kaum die Energie empfinden, etwas zu verändern. Aber wenn man sich als kleines Rädchen begreift, ohne das das Ganze nicht funktionieren kann, dann will man seinen kleinen Teil beitragen. Dann will man glauben, dass die Welt noch eine Chance hat, sich zu erholen von uns Menschen. Dass wir irgendwann aufstehen und erkennen, dass alles zusammenhängt. Und dazu brauchen wir Kinder. Wenn jeder sein Kind so erzieht, dass es achtsam mit seiner Umwelt umgeht und natürlich auch mit den Mitmenschen und allen anderen Lebewesen, dann ist ein kleiner Teil dazu beigetragen, die Welt ein Stück weit zu retten. Klingt das zu pathetisch?

 

Ja und, kann man jetzt oder was?

Ich denke, die Frage nach den in die Welt zu setzenden Kindern kann jeder nur für sich beantworten, das ist mal klar. Aber Fakt ist doch: schlecht war’s irgendwie immer. Vielleicht ging es der Natur früher besser, aber die Menschen sind verdammt früh gestorben. Oder waren Leibeigene, Sklaven, in Ghettos eingesperrt, verfolgt, werden es ja heute noch. Trotzdem gibt es immer wieder Kinder, und das ist gut so. Komischerweise haben oft die ärmsten Menschen die meisten Kinder. Sind nicht sogar die Kinder in den Slums die mit der glücklichsten Kindheit, weil sie das wenige, das sie haben, wirklich zu schätzen wissen? Ich glaube, diese Fragestellung ist in etwa so, wie festzustellen, dass früher alles besser war. Und so lange die Welt noch nicht untergegangen ist, gibt es immer Hoffnung…


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