Mama schwelgt in Erinnerungen: Die Reise nach Texas…

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Kick Down – wir sind ja nicht beim Bund!!!

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Die Stadtgarde fliegt nach Amerika… Dieser Satz sorgte dieses Jahr für viel Aufregung – nicht nur im Hauptquartier, sondern auch zu Hause bei allen, die sich einige Wochen vor dem Abflug in die Vorbereitungen stürzten. Da mussten Kostüme gewaschen werden, man lief in die Banken, um Sorten und Reiseschecks zu besorgen (oder orderte diese bei einer gewissen Bankdame^^), und Koffer mussten so gepackt werden, dass man „gegebenenfalls“ noch etwas Luft hatte, falls man in Amerika noch einige „Souvenirs“ kaufen würde…

 

Viele Fragen mussten von unseren Hauptorganisatoren beantwortet werden, hier schon einmal ein riesen Danke für deren Geduld!! Vor allem muss erwähnt werden, dass es auch ein Mitglied in der Garde gibt, dass sich besonders bei den Vorbereitungen engagiert hat, obwohl diese Person arbeitsbedingt noch nicht einmal mit fliegen konnte. Ich denke, da dies nicht gerade selbstverständlich ist und von einer außerordentlichen Hilfsbereitschaft zeugt, gilt Jens hier besonderer Dank.

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Ein Teil der Gruppe flog bereits am 04. Oktober, und wie wir Nachfolgenden am 5. Oktober erfahren mussten, hatte diese Gruppe unter einer sagenhaften Krankheit namens „Kofferschwund“ zu leiden. Doch die meisten Kofferbesitzer waren nach einem Tag wieder kuriert. Nur die Familie Bidinger hatte besonders unter diesem mysteriösen Verhalten ihres Koffers zu leiden, denn ihrer kam erst kurz vor der Abreise wieder zurück. Und der Zustand des Koffers konnte einen davon überzeugen, dass dieser eine Weltreise hinter sich hatte, vor allem muss er sich viel in der Sonne aufgehalten haben, denn beim Wiedersehen war der ehemals weisse Koffer braun…

Der Flug von Luxemburg nach Amsterdam entpuppte sich für einen gewissen Angsthasen als Horrortrip, denn wir flogen mit einer Propellermaschine, welche mehr durch die Luft hüpfte als Flog, und Doris (die perfekte Angsthasen-Flugbegleiterin!!) hatte trotz gutem Zuredens fast eine gebrochene Hand vom Händchen halten.

 

Was erwähnenswert ist, ist der seltsame Fragebogen, den man im Flugzeug vor der Landung in Amerika ausfüllen musste („Haben Sie vor, sich mit terroristischen Gruppierungen zu treffen?“…). Und am Flughafen in Fort Worth / Dallas wurden wir trotz des Verneinens dieser Frage wie Terroristen behandelt. Wie gut, dass so viele ihre Stadtgardejacken anhatten, denn so wussten die Zollmänner, die genau unseren Reisegrund erfragen mussten, nach drei Leuten schon Bescheid, wodurch die Prozedur etwas beschleunigt wurde.

 

Nachdem die 5.Oktober-Gruppe im Hotel in Fort Worth eingecheckt hatte, haben wir uns direkt zu unsrem ersten gemeinsamen „Ausflug“ in die Busse gesetzt. Es ging zu dem Central Market, wo wir nach langem ratlosen Warten („Was sollen wir denn hier?“) Kreditkarten mit einem Guthaben von 12$ zum Kaufen von unserem Abendbrot bekamen. Danach ging es noch zum Rodeo, allerdings nicht für das Team des Alpha-Busses, denn dessen Navigation war etwas außer Gefecht gesetzt, wodurch wir etwa eine halbe Stunde durch die Stadt kreisten, und anschließend kapitulierten, und erschöpft und entnervt ins Hotel flüchteten.

 

Der nächste Morgen begann mit einer großen Enttäuschung für alle, die sich auf ein tolles Frühstück gefreut hatten: Wir durften feststellen, dass in den USA alle Getränke (zumindest die alkoholfreien) nach Chlor schmecken, und dass die Amerikaner von einem tollen Frühstück vielleicht eine etwas andere Auffassung haben wie wir Deutschen… Brötchen sind etwas völlig unbekanntes, und an süßem Aufstrich hatten wir die grandiose Auswahl zwischen Orangen- und Fruchtmarmelade, die allerdings beide viel zu süß waren. Ansonsten gab es Rührei in verschiedensten Variationen und vieeel Fleisch.

 

 

Am Sonntag widmeten wir unseren gesamten Tag den so genannten „Stockyards“, einem typischen Touristenzentrum, im dem man in vielen Souvenirläden richtige Cowboyhüte erstehen konnte.

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Außerdem deckten sich hier die meisten mit Postkarten ein.

 

Während wir am Vormittag noch privat durch die Stockyards bummelten, hatten wir dort am Nachmittag unseren ersten offiziellen Auftritt.

Also hieß es Mittags ab ins Hotel, umziehen und dann wieder im Kostüm in die Stockyards.

 

Dort angekommen waren wir eine neue Touristenattraktion, denn in unseren Kostümen brachten wir viele Menschen dort zum Staunen.

Viele Fotos wurden gemacht, und schließlich stellten wir uns vor eine typisch texanische Kulisse mit der gesamten Truppe auf. Es wurde Musik gespielt, und das Tanzkorps bot eine bunte Mischung aus verschiedenen Tänzen, und zwar auf die Musik des Musikkorps, denn eine CD konnte nicht abgespielt werden, wodurch der Auftritt sehr interessant wurde…

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Nach dem Auftritt brannte uns allen die Kehle, es waren ja schließlich fast 30°C und das ganz ohne Wolken… Deswegen eroberten wir in voller Montur den nächsten Saloon, und bekamen die einmalige Chance mit einer richtigen Cowboyband auf der Bühne zu stehen. Es wurde ein riesen Spaß, wir haben viel gelacht, Bier getrunken und getanzt. Da wir ja mit unseren Kostümen doch etwas relativ neuartiges für die Amerikaner boten, mussten sich alle Stadtgardemitglieder noch mit Edding auf einer Wand per Autogramm verewigen… Dieser Saloon wurde an dem Nachmittag unser Stammsaloon für die Zeit in Fort Worth.

 

 

Am Montag Vormittag bot uns die Fort-Worth-Gesellschaft eine Stadtrundfahrt in unseren Bussen. So fuhren wir in Kolonne durch die Stadt und bekamen sehr viele Interessante Plätze und die Eingänge aller möglichen Museen zu sehen („Wenn Sie jetzt Zeit hätten, könnten Sie diesen Zoo besichtigen, auf dessen Parkplatz wir gerade im Kreis fahren“). Damit wir jedoch auch eine Attraktion von innen sehen konnten, bekamen wir im Japanischen Garten eine etwas längere Buspause. Dort wurden viele Fotos gemacht, denn hier durften wir wunderschöne Plätze in einer sagenhaften Natur bewundern.

 

 

Doch da wir am Nachmittag unseren wichtigsten Auftritt in der Cityhall von Fort Worth hatten, hieß es Mittags wieder einmal: Umziehen, Schminken, die Truppe zusammentrommeln und ab in die Busse. An der Cityhall angekommen fühlten wir uns ein wenig wie am Flughafen, denn hier wurden wir der selben Prozedur unterzogen, wie beim Einchecken am Flughafen: Alle Taschen wurden durchleuchtet, wir mussten durch einen Metalldetektor, und die Gewehre der Offiziere wurden misstrauisch begutachtet.

Wenige Minuten später begann die offizielle Veranstaltung mit den beiden Bürgermeistern der Städte Fort Worth und Trier. Zu Beginn wurden die Amerikanische und die Deutsche Flagge aufgestellt und die Hymnen gesungen. Wir standen während dessen neben den Flaggen am Rand des kreisrunden Saales, und durften uns nach der Prozedur hinsetzen um die Reden anzuhören. Die Rede des Mayors (also des Bürgermeisters von Fort Worth) wurde von vielen Lachanfällen in den Reihen der Zuschauer begleitet, denn dieser hatte so seine Probleme mit einem gewissen Namen. Am Ende kapitulierte der Mayor, zerknüllte seine Rede und warf sie weg…

Zwischen den Reden sang ein Chor (u.a.“Freude schöner Götterfunken“ auf Deutsch, was sehr lustig klang, da sich die Sänger sehr mit dem deutschen Text abmühten) und gegen Ende wurden die Urkunden der Städtefreundschaft unterschrieben. Zum Schluss überreichten sich die zwei Stadtherren Präsente und es hieß für uns wieder „Aufstellung“ denn wir boten einen musikalisch und optisch bunten Abschluss. Anschließend bekamen wir noch die Gelegeheit sowohl mit dem Mayor als auch mit Herrn Jensen und seiner Frau Fotos zu schießen.

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Nun waren alle offiziellen Auftritte beendet, wir packten Abends unsere Koffer, denn am Dienstag ging es ab über Austin und San Marco nach San Antonio. Da die Koffer allerdings auch in die Busse passen mussten, hieß es beim Packen: Ein Koffer für ZWEI Personen:-P

 

Am Dienstag fuhren wir nach dem Frühstück direkt in unserer niedlichen Kolonne los, und besichtigten am Vormittag in Austin das Kapitol (Sitz des Kongresses von Texas). Anschließend spazierten wir noch durch die Stadt, und fühlten uns ein wenig wie in San Francisco, denn hier waren die Straßen auch ewig langund viel befahren. Doch bevor wir wieder die Busse bestiegen um nach San Marco zu fahren, führte uns unser Weg noch zufälliger Weise in ein Starbucks… (Man sollte unbedingt ein solches in Trier eröffnen!!!).

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Auf dem Weg nach San Marco hielten wir noch kurz (ja wirklich, es waren nur 90 Minuten!!) in einem winzigen Outlet, und kamen Abends endlich in unsrem Hotel in San Marco an. Da wir am nächsten Tag etliche Stunden in dem riesigen Outletcenter von San Marco verbringen würden, gingen einige der Gruppe schon einmal am späten Abend eine Runde die so genannte Shoppingmall besichtigen, um einen Schlachtplan entwickeln zu können. Außerdem bekamen wir im „Outback“, einem typisch Australischen Restaurant ein tolles Abendbrot. Der Spaziergang barg noch eine Überraschung für uns: Am Ende des Outlets angekommen mussten wir feststellen, dass daneben noch ein viel größeres Outlet zu finden war. Also wurden die paar Stunden die wir am nächsten Tag haben würden immer knapper… Wir beschlossen, beim Frühstück direkt zu fragen ob wir nicht den ganzen Tag dort verbringen dürften, damit wir unsere Reiseschecks endlich loswerden konnten denn die soll man ja nicht mit nach Hause nehmen (einen anderen Grund gab es natürlich nicht für den Wunsch^^).

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Am nächsten Morgen wurde unser Wunsch erhört und genehmigt, wir würden also ganze 8 Stunden Zeit haben bis zur Abfahrt!!! Schließlich fuhren wir pünktlich um 9 Uhr in die Mall und dort begann ein Wettkaufen, das man als perfekt Vorlage für eine gern gesehene Frauenserie am Mittwoch Abend nehmen könnte.

Dort gab es so viele Geschäfte, dass es sich tatsächlich als unmöglich erwies, sie alle zu betreten, man müsste schon eine Woche Urlaub in der Mall machen, um dies zu schaffen…

Und am Abend kurz vor der Abfahrt stellte sich heraus, dass nicht nur die Frauen gut im Einkaufen sind, denn auch die Männer kamen ordentlich bepackt zu den Bussen zurück.

In den Bussen war die Fahrt nach San Antonio vorerst ziemlich ruhig, denn alle waren sehr erschöpft von dem Shoppingmarathon.

In San Antonio angekommen erkundeten einige erst ein mal die Stadt, und das Hard Rock Café entpuppte sich als magnetischer Ort, denn früher oder später traf man dort sehr viele Stadtgardisten… Aber das ist ja auch klar, wir haben halt einen guten (Musik-) Geschmack, und dort bekam man nebenbei so richtig gutes Essen^^

 

Der nächste Tag (inzwischen schon Donnerstag, leider) begann mit einem (endlich!) guten Frühstück. Man bekam zwar immer noch keine Brötchen, aber es gab doch tatsächlich frisches Obst, und eine etwas größere Auswahl an Aufstrich und sonstigem Belag.

 

Unser erstes Ziel an diesem Tag war der so genannte Marcet Place, ein Ort der ganz und gar dem Verkauf typisch mexikanischer Souvenirs gewidmet war. Man muss hier erwähnen, dass Mexiko keine Stunde Autofahrt mehr entfernt war, und San Antonio sehr viele Einwohner mexikanischer Herkunft hat. So konnten wir neben der amerikanischen auch noch ein wenig mexikanische Kultur erleben.

 

Nachdem wir uns mit genügend Souvenirs eingedeckt hatten, ging es in den Bussen in die Innenstadt zu dem Museum des mexikanischen Unabhängigkeitskrieges: The Alamo.

Dort erhielten wir sehr viele historische Infos und bekamen zu sehen, dass ein Souvenirladen fast noch größer als das eigentliche Museum sein kann…

Der Nachmittag wurde zum Ausruhen genutzt, und einige trieb die texanische Hitze in den Pool des Hotel, was allerdings (ob wegen des hohen Chloranteils oder mangelnder Hygiene?) zu Hautausschlägen führte.

Am Abend unternahmen wir alle zusammen eine sehr romantische Schiffstour durch die Kanäle von San Antonio, auf der wir viele Informationen (natürlich auf Englisch, aber keinem sehr gutem!!) zu den Gebäuden der Stadt bekamen.

Nach dieser Tour schlug es uns erneut in das Hard Rock Café, und anschließend ließen wir den Abend in einer gemütlichen Runde auf der Terrasse des Hotels ausklingen.

 

Am Freitag fuhren wir wieder zurück nach Fort Worth, und machten unterwegs noch einen Umweg über den Canyon Lake, einem Ort an dem wir erneut die schöne Natur Texas zu sehen bekamen, und uns noch ein wenig von der Sonne bräunen ließen.

Außerdem besuchten wir noch kurz ein Restaurant, dass traditionell deutsche Speisen bietet und von einem deutschen Auswanderer-Ehepaar geführt wird (normales Essen und BITBURGER!!!), und gewöhnten uns so langsam wieder an die gewohnte Kost von zu Hause.

Auf dem letzten Teil unserer „Heimfahrt“ wurden wir noch Zeugen eines richtig großen amerikanischen Staus auf dem Highway, und lösten nach stundenlangem Stillstand unsere Kolonne auf, um ein Wettrennen nach Fort Worth zu starten. Schließlich mussten wir unsere Koffer, die wir nicht auf die Rundreise durch Texas mit genommen hatten um 21 Uhr abholen. Doch leider kamen wir dafür doch zu spät, und konnten so am Abend noch nicht unsere Sachen für den Abflug am nächsten Tag packen. Diese somit entstandene Freizeit am Abend nutzte ein teil der Gruppe noch für einen gebührenden Abschied im „White Elefant“, natürlich nicht, ohne dem Saloon einen Stadtgardeschal zu übereignen:

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Am Samstag hieß es dann leider: Abflug! Und nun bekamen wir zu spüren was für ein Stress es doch ist, mit einer riesen Gruppe noch vorher die Koffer einchecken zu müssen. Wir standen ewig an, und Familie Bidinger musste erneut erfahren, wie ungerecht Fliegen sein kann: Da sie sich ja aufgrund des Kofferverlustes in Texas neue Ersatzklamotten kaufen mussten, hatten die Koffer Übergewicht, welches teuer bezahlt werden musste. ..

 

 

Der Rückflug war erneut sehr angenehm und unser Flug von Amsterdam nach Luxemburg war diesmal nicht so holperig, denn wir flogen diesmal mit einer Düsenmaschine, was zur Folge hatte, das wir 30 Minuten eher wie geplant im dichten Nebel landeten. („Oh guck mal, wir sind durch die Wolken durch, man sieht schon einen Fluss…-Ah, Hilfe wir landen auf dem Fluß, nein das ist ja schon die Landebahn…“)

 

Und nun noch einige Zitate:

 

„Kick down“ – also auf dem Highway muss man einfach Gas geben, ein tolles Gefühl!!

 

„Hätt ja nichts gebracht“ – naja, normalerweise wurde immer in der geamten Kolonne getankt. Allerdings meinte der Fahrer eines Busses, er hätte den Tank ja noch fast halb voll, und es hätt ja nichts gebracht nun zu tanken. Am nächsten Tag mussten wir dann natürlich mit der Abfahrt warten, da der Bus doch noch ein bissl vollgetankt werden musste, um mehrere Stunden highway zu überleben.

 

„Wat da lo“… Ohne Kommentar^^

 

„Conny“ – Insider

 

„Das Führungsfahrzeug fährt am schnellsten und braucht mehr Sprit“ – jaja, das Alpha-Team war immer als erstes am Ziel, also eindeutig am schnellsten^^

 

„Wir sind ja nit beim Bund“ – beim Bund wäre nie einer zu spät gekommen:-P

 

„Hat die Klimaanlage Berufsschule?“ – in Texas ist es ja doch etwas wärmer…

 

Und zu guter Letzt ein Fazit:

 

Die Woche hat uns allen sehr viel Spaß gemacht. Es war sehr spannend, und wir hatten immer wieder gute Gründe zum Lachen. Und neben den Souvenirs und Klamotten, die man so schön in Texas kaufen kann haben wir alle noch ein zum größten Teil positives Bild von der texanischen Bevölkerung mitgenommen. Denn wir wurden vor Ort immer wieder sehr freundlich empfangen und . Zwar war das Essen sehr gewöhnungsbedürftig, aber die tollen Momente die wir dort erleben durften haben alle kleinen Macken deutlich übertönt. Und die Gruppe selber war natürlich auch noch mit daran beteiligt, dass wir diese Woche immer in positiver Erinnerung behalten werden.

Dann hoff ich mal, dass wir auch weiterhin noch viele spannende Auftritte und Unternehmungen haben werden!!

 

Anita


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