Rezension – „Die Kraft des Bösen“ von Fabio Paretta

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Franco De Santis ist Polizist von Beruf, Neapolitaner aus Überzeugung und Ex-Ehemann wider Willen. Jeden Sonntag fährt er in das Nobelviertel der Stadt, um seinen Schwiegereltern eine glückliche Ehe vorzuspielen. Doch an diesem schwülen Sommertag wird er in den Arbeiterstadtteil Bagnoli gerufen: Der Gemeindepfarrer hat sich erhängt. Franco kennt ihn seit der Kindheit und weiß, wenn er an eines glaubte, dann an das Leben. Franco glaubt nicht an einen Selbstmord und beginnt gegen den Willen seines Chefs zu ermitteln. Mit der Hilfe seines besten Freundes, der gute Kontakte in die Welt des organisierten Verbrechens hat – weil er ihr selbst angehört.Doch in einer Stadt, in der der Schein trügt und der Tod Alltag ist, ist die Suche nach der Wahrheit gefährlich .

Auszug

Der Tod des Priesters hatte sich in Windeseile herumgesprochen, und nun war die Gemeinde zusammengeströmt, um einen Blick auf den Tatort zu erhaschen, Spekulationen auszutauschen, den Herrn anzurufen und auch ein wenig zu rüffeln. „Im Parlament sitzen genug Halunken,j aber da hätten sie die Qual der Wahl gehabt. Lieber holen sie sich einen von uns, das ist einfacher“, murmelte eine gebeugte Alte. Die Menge scharte sich um den Rettungswagen, man sah Uniformen, Spruchbänder, Hunde bellten, Fernseher dröhnten, Autos versuchten, sich hupend einen Weg zu bahnen. Die Fahrer stiegen aus, fingen an zu diskutieren und mischten sich dann ebenfalls unter die Schaulustigen. Niemand schien von De Santis Notiz zu nehmen, dennoch spürte er die Abneigung. Die Staatsmacht war eingetroffen, die Sendboten Roms, die letzten einer langen Tradition von Usurpatoren.

Er hörte, wie die Tür ging und Pizzuoli einen knappen Gruß mit Marin tauschte, während er sich die Homepage von Kirche Ost-West anschaute. Die Organisation hatte den Status der Gemeinnützigkeit, beschäftigte in der Zentrale in Neapel fast einhundert haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter, war mit diversen weltlichen und religösen Preisen bedacht worden und schien durch und durch seriös zu sein. So wie die Empfangsdame mit der hochgeschlossenen Bluse, dem glatten Haar und den präzisen, aber nichtssagenden Auskünften.

Der Autor

Fabio Paretta ist das Pseudonym eines in Italien lebenden deutschen Autors. Er hat bereits an einigen erfolgreichen Buchprojekten mitgewirkt. Mit der „Kraft des Bösen“ verbindet er seine große Leidenschaft für das Erzählen mit seiner Begeisterung für das Land, in dem er seit Jahren lebt und erkundet dabei Sonnen- wie Schattenseiten Süditaliens.

Dies ist wieder ein Krimi ganz nach meinem Geschmack. Ein menschlich interessanter Kommissar, eine während  des Lesens lebendig werdende Stadt und Spannung bis zum Schluss machen diesen Neapel-Krimi lesenswert.

Ich wünsche allen Krimifans viel Spaß beim Lesen

Euer Deva


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