Rezension – „Die Schuld vergangener Tage“ von Peter Temple

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Die Schuld vergangener Tage

Hallo Ihr Lieben,

ich freue mich euch mal wieder einen schönen Krimi, heute vom fünten Kontinent vorstellen zu können. Es handelt sich um einen Kriminalroman auf leisen Sohlen. Kein Thriller, dennoch spannend und fesselnd. Der ehemalige Cop Mac Faraday wird von seiner Vergangenheit eingeholt. Eine katastrophale Beschattung hat vor gut 10 Jahren zu seinem Ausscheiden aus dem Drogendezernat geführt und holt ihn nun von unerwarteter Seite wieder ein.

Mac Faraday glaubt nicht, dass sich sein Freund Ned das Leben genommen hat. Er beginnt auf eigene Faust zu ermitteln, denn wenn es nicht Selbstmord war, muss es Mord gewesen sein. Faradays Nachforschungen führen ihn zu einer Erziehungsanstalt. Dabei entdeckt er eine Mädchenleiche in einem stillgelegten Bergwerksschacht. Nach und nach kommt Faraday denen auf die Spur, die zahllose Mädchen aus der Erziehungsanstalt missbraucht haben. Je näher er der Wahrheit kommt, desto mehr bringt ihn seine Recherche selbst in Gefahr.

Auszüge:

Ich blätterte weiter hinten und las 1982 bis 1984. Dann lehnteich mich zurück und dachte nach. Die Namen von etwa fünfzehn Arbeitgebern, die Ned große und kleine Aufträge erteilten, tauchten im Laufe der Jahre regelmäßig auf. Ich sah mir noch mal 1982 an. Zwei Auftraggeber wurden hier zum ersten Mal erwähnt. J. Harris von Alder Lodge, der Pferderanch, und Kinross Hall. Ich las weiter. Alder Lodge wurde zu einer regelmäßigen Quelle von ARbeit, zuletzt im Mai, als Ned einen lädierten Stall reparierte. Von Kinross Hall bekam er drei Aufträge im Jahr 1982, während zwei langer Phasen 1983, fast drei Monate lang 1984, und 1985 hatte er dort fünf verschiedene Aufträge, der letzte war ein dreiwöchiger Einsatz, den er am 22. November abschloss. Dann war Schluss mit Kinross Hall. Ned arbeitete dort nie wieder.

Man sah keine Bewohner, nur in einiger Entfernung einen Mann auf einem Aufsitzmäher. Das Hauptgebäude war aus Stein, ein ehemaliges Wohnhaus – eine Mischung aus Burg und gotischer Kathedrale mit einer Andeutung von französichem Chateau -, und stand in einer gepflegten Parklandschaft. Es hätte ein teures Landhotel sein können, hatte aber die Aura aller Institutionen, in die man zwangsweise eingewiesen wird: die Stille, der Geruch nach Desinfektionsmitteln, die strenge Ordnung, eine gewisse Kälte lag in der Luft.

Präzise und lakonisch zeigt Temple die dunklen Seiten des fünften Kontinents. Absolut lesenswert!

Viel Spaß wünscht Euch Deva


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