Tipps für eine Kaiserschnittgeburt:

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Hey Ihr Lieben,

wie einige wissen, ist Püppilotta per Kaiserschnitt zur Welt gekommen. Und ich werde euch von Erlebnissen verschonen, die können alle erfragen, die gern mehr wissen möchten;)
An dieser Stelle möchte ich gerne allen Müttern (und den dazugehörigen Vätern!!!) ein paar Ratschläge geben, wie man diese Geburt für sich persönlich optimieren kann:)

 

Punkt Eins:

Eine Geburt ist nur dann eine richtige Geburt, wenn vaginal entbunden wurde??? Hm, irgendwie haben alle, die so etwas behaupten noch nie eine GEBURT erlebt. Denn das wesentliche, so dachte ich bisher ist doch folgendes: ES KOMMT DEIN BABY ZUR WELT. Raus aus dem Bauch in deine Arme. Ob „Notausgang“ oder herausgepresst: Es kommt aus dem bisherigen Universum in diese Welt. Das Baby nabelt sich das erste mal in EURER Geschichte ab. Du bist nicht mehr länger schwanger, sondern wirst in Zukunft einen Menschen Hand in Hand durchs Leben begleiten.

Für das Baby ist dieser Moment egal, wie es passiert aufregend: Entweder es wird durch einen wahnsinnig engen Tunnel gedrückt oder von fremden Händen aus der bisherigen Umgebung herausgerissen. Die Folge beider Wege: Es muss von jetzt auf gleich atmen, sich an Luft gewöhnen, Temperaturwechsel aushalten, Geräusche hören, die ganz anders sind, wie bisher, und wenn es die Augen aufmacht: SEHEN, wie noch nie bisher… Wahnsinnig viel, nicht wahr?

Ich frage mich, warum so viel darum gestritten wird, was denn nun eine richtige Geburt ist, wenn man mal diese Perspektive betrachtet.

Zudem: Ein Kaiserschnitt erspart keinesfalls die Schmerzen. Zwar sind die Schmerzen nicht während der Geburt vorhanden, dafür aber im Nachhinein.

Was heute auch in den meisten Kliniken normal ist: Das BONDING fehlt keineswegs, nur weil per Kaiserschnitt entbunden wird. Ganz im Gegenteil:

Viele Ärzte ermöglichen einem sogar inzwischen die sogenannte „Kaisergeburt“, bei der man in dem Moment, in dem das Baby herausgehoben wird, zusehen kann (und keine Angst: Dank des Bauches sieht man nichts ekliges!!!).

Direkt im Anschluss wird das Baby unter normalen Umständen direkt auf die Brust der Mutter gelegt. Das ist natürlich genau, wie bei der vaginalen Geburt vom Zustand des Babys und der Mutter anhängig.

Auch, wenn ich nicht daran glaube, das Geburtspläne funktionieren (wie kann man wissen, was man während der Geburt wirklich möchte…), sprecht diese Themen nach Möglichkeit UNBEDINGT im Vornherein mit dem Entbindungsteam ab!!!

Denn im Nachhinein kann man diesen Moment nicht mehr ändern. Und nur, weil man seine Wünsche nicht äußert, soll ein Kaiserschnitt nicht zur Enttäuschung werden:-)

Zur Operation selber: Wenn ihr das Gefühl habt, dass ihr gleich vom OP-Tisch fallt, weil man so sehr an euch ruckelt, dann ist die Geburt nur noch wenige Sekunden weit!! Die machen das tatsächlich mit Absicht, und es heißt NICHT, dass das Baby feststeckt oder so:-P Ich sag nur so viel: Dank des Herumgeruckels wird der Heilungsprozess wesentlich verkürzt.

Punkt Zwei: Nach der Entbindung:

Ist der Kaiserschnitt vollendet, und Mutter und Kind kommen auf Station, habe ich ein paar Tipps, die ich von meiner Zimmergenossin bekommen habe, und die das Leben mit Kaiserschnittnarbe ungemein erleichtern!!!

BITTE BITTE lasst euch nicht von einem hektischen Personal aus dem Bett „jagen“! Ich sage nicht, dass es nicht gut ist, sich zu bewegen. Denn dass kann ich nicht beurteilen. Aber: IHR HABT DAS RECHT DARAUF, in EUREM TEMPO aus dem Bett zu steigen!!!

Also, wenns eine Stunde dauert, weil es halt evtl. sehr weh tut (das ist aber auch von jedem mal Aufstehen immer besser!!), dann ist es halt so!!! Und nichts ist schlimmer, als eine Krankenschwester, der alles zu langsam geht, die einen dann einfach heraushebt… Ihr bestimmt das Tempo, und sollte es noch nicht gehen, dann lasst es eben, ihr müsst nicht zusammenklappen, nur weil es „immer so gemacht wird“…

Und da die meisten Krankenhäuser über elektrisch verstellbare Betten verfügen:

Wenn man zuerst die Lehne in die senkrechte bringt, dann das Bett erst nach ganz unten (damit die Füße auf den Boden kommen), und anschließend so weit hoch fahren lässt, dass man steht, spart man sich die ersten Tage den Kampf beim Aufstehen;) Auch ein Geheimtipp meiner Bettnachbarin, An dieser Stelle: DANKEEE!!!!!

Ich hatte mir da unten übrigens alles ganz anders ausgemalt, als es echt ist, da die ersten Tage nach dem Kaiserschnitt alles seltsam vom Jod verfärbt ist, und das ist ein sehr seltsamer Anblick. Nach dem ersten Duschen ist dies zum Großteil weg, und was kam zum Vorschein: Ein glatter schöner Schnitt, mit nur wenigen Stichen vernäht.

Also: Kopf hoch, wenn euer Baby diesen Weg wählt, und keine Angst, wenn ihr euch selber dazu entschließt: Keiner von Euch, weder das Baby noch Du verpasst etwas, das man nicht beim Kaiserschnitt vergleichbar erlebt. Und wenn ihr dem Baby durch viel Babymassage und Körperumriss-Streicheleinheiten die eigenen Grenzen zeigt, könnt ihr einen Teil des „Tunnelgefühles“ ersetzen. So zu mindestens viele Babyratgeber;)

 

Liebe Grüße

Eure Mira, die sehr stolz auf die Notausgangsnarbe von Püppi ist:-)
Ach und passender Weise hier ein interessanter Link:
blog.tagesanzeiger.ch/mamablog/index.php/36219/lasst-die-kaiserschnitt-muetter-in-ruhe/


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