Erziehung – Was unseren Kindern Angst macht

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Was unser Stress mit unseren Kindern macht

Ich vermute, Sie kennen die folgende Situation:

Urheber: Karin & Uwe Annas / fotolia.de
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Sie haben es am Morgen ausnahmsweise mal besonders eilig, wollen Ihren Kindern aber keinen Stress machen. Plötzlich haben unsere Lieblinge ganz viel Zeit oder können sich nicht entscheiden, was sie anziehen wollen … Innerlich schreien wir: „Jetzt zieh dich endlich an!!!“. Nach außen versuchen wir gelassen zu wirken.

Wenn wir so unter Stress stehen, ist die Situation für unsere Kinder besonders schwer:

Es verunsichert sie bzw. macht ihnen Angst. Denn wenn wir gestresst sind, unterdrücken wir in der Regel unsere Gefühle, insbesondere unsere Ängste (z.B. die Angst vor dem Chef, der uns bei der bevorstehenden Verspätung im Büro in Empfang nimmt oder die Angst die Liste aller anstehenden Aufgaben/Termine nicht zu schaffen …).

Unsere Kleinen, die uns mehr über unsere Ausstrahlung wahrnehmen als über Sprache, nehmen eine Diskrepanz wahr, zwischen dem was wir nach außen hin zeigen „wollen“ (Ruhe, Entspannung, Klarheit, Vertrauen, Sicherheit, Stärke, …) und wie wir uns innerlich fühlen. Dies verunsichert sie bzw. macht ihnen Angst, da sie ihrer Wahrnehmung scheinbar nicht mehr trauen könnnen.

Zum Vergleich, wie würde es Ihnen ergehen, wenn Sie ihren Autowarnleuchten nicht mehr trauen könnten?

– So ähnlich fühlen sich unsere Kinder.

Die geliebten „Tyrannen“ entspannen sich erst, nachdem sie uns auf die Palme gebracht und wir unsere Gefühle raus gelassen haben, denn nun stimmt unsere „innere und äußere Gefühlswelt“ wieder über ein.

Damit möchte ich nicht sagen, dass wir Eltern immer alle unsere Gefühle vor unseren Kindern auspacken sollen, doch wenn wir sie nicht „parken“ können bis wir allein oder in einer „sicheren Umgebung“ sind, ist es für unsere Kinder hilfreicher, sie zu verbalisieren und /oder auszudrücken. Ein „Ich werde langsam nervös, weil ich befürchte zu spät zur Arbeit zu kommen und Du würdest mir einen großen Gefallen tun, wenn Du Dich etwas beeilst.“ ist dann für Kinder leichter zu verstehen. Zudem freuen sie sich uns einen Gefallen zu tun.

 

Dieser Text entstand mit freundlicher Unterstützung von Scoyo.


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