Was war eigentlich genau bei der Geburt schief gelaufen?

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Nun ja, also ich habe zum einen viel zu viel geplant. Es sollte eine Wassergeburt sein. Ich erwartete Freudentränen, einen gefühlsmäßigen Höhenrausch und pures Glück…

Was ich nicht einmal in Erwägung gezogen habe: Dass es keine Bilderbuchgeburt werden könnte. Alles war so klar für mich. Angst hatte ich keine, denn ich war der Überzeugung, dass mein Baby und ich das schon ohne Probleme schaffen würden…

Tja, es kam (natürlich) anders. Meine Maus hat einen so riesigen Kopf, dass er nicht durch Becken passte. Sie lag quer (wahrscheinlich eben wegen diesem riesen Kopf), und dann waren auch noch mit einem mal bei einem Routine-CTG beim Frauenarzt ihre Herztöne nicht mehr „normal“. wodurch sofort ein Kaiserschnitt durchgeführt wurde.

Alles ging wahnsinig schnell, da war keine Zeit mehr, um sich darüber klar zu werden, dass HEUTE DER TAG ist. Und dann war mein Baby auch noch weg. Also nicht weg, sondern einfach woanders. Denn sie kam direkt zur Überwachung an einen Herzmonitor.

Ich lag im Aufwachraum, und versuchte mir klar zu machen, dass ich jetzt mein Baby geboren habe:

Der lang ersehnte Moment war gekommen, die Geburt war schon vorbei, mein Kind auf der Welt, und es ging ihr auch gut!!! Was wollte ich denn mehr??

ICH WOLLTE MEIN BABY SEHEN! Es riechen, spüren, streicheln, beruhigen. Festhalten, und willkommen heißen. …“Mama ist ja da!“

War sie aber nicht. Mama und Baby trennte eine Etage, und unheimliche Schmerzen. Denn da ich stillen wollte, waren die Schmerzmittel eher ein Witz. Die PDA ließ schon recht schnell nach, und als ich endlich in mein Zimmer kam, war ich unheimlich traurig. Warum konnte mir keiner mein Baby bringen? Warum bricht die Welt nicht in Jubel aus? Warum ist nicht alles rosa, und wie zum Teufel geht es meinem Baby???

Am nächsten Morgen wurde sie mir endlich gebracht. Und ich konnte mich gar nicht bewegen vor Schmerzen. Sie lag etwas unglücklich positioniert in meinem Arm, und ich konnte sie endlich sehen, streicheln riechen, KUSCHELN! Aber irgendwie kamen trotzdem keine Glücksgefühle.

Statt dessen kam eine Schwestenschülerin, die mich anmozte, warum die kleine noch nicht gestillt ist… Aber sie war doch so ruhig? Würde sie sich denn nicht bemerkbar machen, wenn sie Hunger hätte?

Nein, ich musste sie anlegen. Jetzt sofort. Und alleine, denn so schnell, wie die Schülerin in mein Zimmer gestürmt kam, so schnell war sie auch wieder fort.

Himmel… Wie soll ich mich denn überhaupt hinsetzen??? Wie geht das mit dem Stillen? Und wie soll ich sie halten?

Meine Bettnachbarin (der ich bis heute sehr dankbar bin, für unglaublich viele Tipps!!) gab mir Ratschläge. Wie man nach einem Kaiserschnitt die Technik des Bettes nutzte, um sich aufrichten zu lassen, wie man mit Baby im Arm eine bequeme Position bekommt, und wie man so rein theoretisch anlegt.

Leider war meine Brust keineswegs so, wie man sich eine Brust voll Milch vorstellt. Eher ein Witz. Und die Brustwarze war nicht da. Jedenfalls war sie so klein, dass Püppi sie nicht als solche erkannte.

Ich fasse mich kurz: Mein Vorhaben, zu stillen, wurde nach zwei Wochen Versucherei abgebrochen. Püppi ist ein Flaschenkind. Denn ich bekam einfach keine Milch. Selbst mir Abpumpen, Stillhütchen und allen möglichen anderen Helferlein.

 

 


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