Wir Europäer sind habgierig??? Sehe ich ganz anders!!

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Liebe Leser,

 

gerade habe ich mich mal wirklich geärgert, als ich über eine Dokumentation im Fernsehen gestolpert bin.

Bei „Frau Heinrich und die 7 Todsünden“ kam das Thema HABGIER zum Thema.
Unsere Gesellschaft wurde so dargestellt, als ob wir Kleidung „made in Bangladesh“ kaufen würden, weil wir so gierig nach MEHR seien. Weil wir von allem nicht genug kriegen würden. Weil wir für den billigen Preis halt eben MEHR haben können.

(Link zum Video in der Mediathek: http://www.ardmediathek.de/tv/Einsfestival/Gewissensbisse-Frau-Heinrich-und-die-s/Einsfestival/Video?documentId=18177462&bcastId=3540670)

Aber Moment mal, was ist mit solchen Menschen wie uns?

 

Ich kann mir gar nicht ständig Kleidung kaufen, geschweige denn „noch mehr“, nur weil es günstiger ist… Dafür fehlt schlichtweg das Geld!!!

Ist es also auch HABGIER, wenn ich mir die Kleidung kaufe, die ich mir leisten kann?
Für eine Jeans um die 100,- oder 40,-€ hinzublättern ist zu mindestens in unserem Fall die Frage, wie viel Geld überhaupt nach dem Bezahlen der Miete etc. noch übrig ist!

Und für alle, die jetzt denken: „Dann geh´doch arbeiten!“
Ich bin Angestellte, zwar in Teilzeit, aber das geht halt eben mit den Öffnungszeiten des Kindergartens nicht anders.

Und selbst, wenn ich täglich arbeiten gehe, mir also den ganzen Stress antue, der mit dem Weg zum Kindergarten morgens beginnt, und dann mit einem Sprint zur Arbeit (45 Minuten bis in die nächste Stadt, in dem Verkehrsaufkommen fast unmöglich!), habe ich WENIGER als alle Hartz IV Empfänger monatlich zur Verfügung. Denn ich bekomme die Miete nicht gezahlt. Und auch nicht Hausrat, Haftpflicht und sonstige Pflichtbeiträge, wie Strom etc.

Mich fragt kein Amt, ob ich vielleicht einen neuen Fernseher benötige, oder: KLEIDUNG für mein Kind??
Also muss ich auf diese Sachen sparen. Und ja, da kann man es sich halt eben nicht aussuchen, wo man dann einkauft!

Ganz ehrlich: Ich kaufe so gut wie nie Billigklamotten. Aber um noch viel, viel ehrlicher zu sein: Nicht wegen dem schlechten Gewissen. Sondern ganz einfach wegen der meist miserablen Qualität und dem Geruch der Färbemittel, die ich nicht an mein Kind lassen möchte.

 

Zum Glück gibt es ja Hersteller, wie Kindsstoff & Co., die gerade damit ihren Durchbruch erleben, dass bezahlbare Kleidung in DEUTSCHLAND hergestellt wird. Oder zu mindestens zu Bedingungen, wie wir Deutschen sie haben…

 

Oder ist dies auch wieder nur eine Idee, die der Gesellschaft hier nicht standhält??

Kindsstoff hat kürzlich den Verkauf eingestellt. Vorübergehend, heißt es. Aber liegt es nicht doch daran, dass es zu wenig Resonanz gab?

 

Schade. Denn solche Projekte finde ich super. Kleidung ist immer noch individuelle Einstellungssache, und nicht wegen irgendwelchen Charaktereigenschaften wie HABGIER zu erklären.

 

Oder kennt jemand einen Millionär, der ausschließlich bei den Billigkleidungsketten einkauft, weil er sich dann von allem gleich zehn Teile kaufen kann??

Nein, na, sag ich doch!


No Comment

  • Mamamulle

    20. Juli 2014

    ich glaube irgendwie, dass kindsstoff nie wieder kommt. Aber darum geht’s hier ja gar nicht: Wir kaufen beides: teuer und billig =) einfach was uns gut gefällt fürs Kind.

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