Woran man bei mir die Depression erkannte:

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Ja, ich hab es selber nicht gemerkt.

Denn ich fand es völlig normal, dass man kurz nach der Geburt erschöpft, zurückgezogen (man muss ja bei dem Baby bleiben…), gelähmt, überfordert (wer ist das beim ersten Kind nicht?!), traurig (da hatte ich ja allen Gund zu, die Geburt war ja nicht grad ein Höhenrausch…), antriebsgemindert  und unglaublich schnell überreizt war.

Schließlich war ja alles neu.

Und dass der Appetit nicht mehr so groß war wie bis zum letzten Tag der Schwangerschaft, dachte ich, liegt daran, dass ich halt ab jetzt wieder nur noch für mich alleine essen muss.

Mein Umfeld erkannte es um so mehr, dass etwas nicht stimmte:

Die Post wanderte ungeöffnet unter dem Schrank. Ich hatte Panik. Panik davor, etwas falsch zu machen. Panik vor all den Leuten, die was von mir wollten. Panik davor, eine schlechte Mutter zu sein.

Ich lag nur im Bett, auch wenn Püppi schlief. Nicht mal zum Duschen konnte ich mich aufraffen. Ich war wie gelähmt.

Als würde ein Tier heimlich jede Lebensenergie aus mit saugen.

Und sobald Püppi wach war, überspielte ich es, denn ich wollte ja eine GUTE MAMA sein…

Ich weinte unheimlich viel. Natürlich nur wenn Püppi schlief.

Und zwei Wochen nach dem Kaiserschnitt wurde meine Narbe entzündet. Die Fäden, die innen drinnen alles zusammenhalten sollten, wurden von meinem Körper abgestoßen.

Ich weiss nicht, ob auch in einem Haus ohne Familienmitglieder, die rein zufällig eine Ausbildung gemacht haben, in der sie Depressive Menschen therapieren, so schnell gehandelt worden wäre.

Aber ich hatte Glück, mein Mann erkannte sehr schnell, was los ist, und mein Frauenarzt, der mich wegen der Entzündung ins Krankenhaus einwies, auch.


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