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Der Verlust: Blog-Roman Kapitel I (Autorin: Mira Mondstein)

Liebe Blog-Freunde,
seit Jahren liegt bei Mira dieses Skript in der Schublade (bzw. auf dem Rechner…). Nun wird es Zeit, es mal endlich einer Leserschaft zu präsentieren.
Hier könnt ihr den ersten Teil des Romans kostenlos herunterladen. (edit: oder unten einfach weiter lesen. Das mit dem Download klappte irgendwie nicht…)
Wir wünschen Euch viel Spaß beim Lesen,
Feedback unbedingt erwünscht, wenn ihr möchtet, werden wir die Reihe fortsetzen!!


Sehnsüchtig sah Jenny zum Fenster heraus. Die ersten Frühlingssonnenstrahlen schienen aus einem wunderbar blauen Himmel herab, endlich schien der harte Winter diesen Jahres ein Ende zu nehmen. Vor der Treverisbank saßen einige Mütter mit ihren Kleinkindern auf dem Schoß auf den Sitzbänken rund um den Marktplatz. Die größeren Kinder tobten waghalsig um einen kleinen Brunnen herum, und ignorierten hartnäckig die besorgten Ermahnungen ihrer Mütter, ja nicht die Kleider nass zu machen.

 

Es war ein sehr ruhiger Tag, zumindest konnte man nicht gerade behaupten, dass die Kunden sich vor der Kasse, an der Jenny arbeitete, türmten.

Gerade kam ein älterer Herr an ihren Schalter, einer der täglichen Stammkunden, die Jenny besonders mochte.

„Wie immer bitte, Fräulein“, mehr brauchte er gar nicht sagen, er bekam jeden Tag 20 Euro.

Und 10 Euro davon in Münzen, die brauchte er um den Bus zu bezahlen.

„Mein jüngster Enkel schreibt heute sein Abitur. Ich hab ihm gestern noch gesagt, er soll sich bei Ihnen für eine Ausbildung bewerben. Wenn die in der Bank alle so gut erzogen werden, wie Sie und Ihre Kollegen hier, dann will ich dass er das unbedingt macht. Wissen Sie, an der Uni lernt man ja nicht wie wichtig Freundlichkeit und Humor sind. Da verstauben doch alle nur!“

 

Wie wahr, dachte Jenny, einer ihrer Freunde war gerade fertig mit seinem Studium und konnte ihr noch nicht einmal ihren neuen DVD-Spieler erklären, ohne an ihren Fragen zu verzweifeln. Der letzte Versuch das neue Gerät zu programmieren endete in einem Lachkrampf seinerseits und in einem Heulkrampf ihrerseits. Woher sollte die denn bitte wissen, wie man einem sturen Gerät beibringt, immer zum gleichen Wochentag, zur gleichen Zeit die gleiche Sendung aufzunehmen?

Und warum überhaupt konnte sich ein mittelklassiges Fernsehgerät feste Arbeitszeiten merken, nicht aber ihre hochmoderne, erstklassige Kaffeemaschine? Nun ja, man konnte ja nicht alle lebenswichtigen Verantwortungen an die Technik abgeben.

 

Mark jedenfalls machte gerne seine Späßchen damit, dass Jenny an fast jedem technischen Gerät verzweifelte. „Man sagt ja schon immer: Frauen- und Technik. Aber ich nenne es in Zukunft nur noch: Jenny – und Technik. Du bist einfach das wandelnde Klischee! Und ich dachte heute wären die Frauen mindestens genau so clever im Umgang mit der Technik wie wir Männer. Aber allein für dich würde es sich schon lohnen, eine Notfallhotline für verzweifelte Frauen im Umgang mit technischen Geräten einzuführen. So eine Art Notärztlicher Dienst für Geräte, die von fraulicher Ahnungslosigkeit bedroht sind.“ Tja, dachte Jenny, die meisten Bedienungsanleitungen sind ja auch von Männern -und so wie es aussieht demzufolge für Männer geschrieben worden. Wie sollte jemand, der nicht gerade Ingenieurwesen studiert hat, da noch durchblicken?

 

Ein Blick auf die Uhr verriet: Noch waren es über 2 Stunden, bis Jenny endlich in die Mittagspause gehen konnte, und die Zeit wollte und wollte einfach nicht vergehen. Wie sehr sehnte sie sich nach den paar Sonnenstrahlen draußen und der Zeit, die einfach nur ihr gehörte. Was kam sie sich in der Bank eingesperrt vor. Lauter Gesetze, Richtlinien und Arbeitsanweisungen, mit denen sie jeden Tag aufs neue erschlagen wurde. Da gab es doch tatsächlich Kollegen, die nebenberuflich für einen Haufen Geld genau diese Themen studierten, und nur lauter Gesetzte und Theorien paukten. Diese taten ihr jedes mal leid, wenn sie an einem Samstag gemütlich um 11 frühstückte und an die Freunde dachte, die dann in der Universität saßen um sich 8 Stunden lang mit dem Fachwissen berieseln zu lassen.

Sie würde ja auch gerne irgendetwas sinnvolles lernen, aber was könnte sie so interessieren, dass sie sich auch in ihrer Freizeit damit auseinandersetzen würde?

 

„Ah, sagen Sie, Fräulein, bekäme ich hier bei Ihnen vielleicht US-Dollar?“ Jenny wurde schlagartig aus ihren Tagträumen gerissen.

„Ja, wie viel denn?“

„Naja, so um die 50, aber bitte nur in 1 $-Scheinen, geht das?“

„Oh da haben Sie Glück, ich hab erst heute eine Lieferung bekommen. Fliegen Sie nach Amerika? Da muss man ja wirklich immer genug Trinkgeld bereithalten.“

„Äh… nun ja… also nach Amerika fliege ich nun nicht gerade. Aber als Trinkgeld ist es trotzdem gedacht. Heut Abend feiert mein bester Kumpel seinen Junggesellenabschied. Nun ja, ich dachte, mit den Scheinen komme ich besonders cool rüber, und außerdem wenn wir die armen Mädels mit Euromünzen zuwerfen, haben die nur lauter blaue Flecken.“

„Ah ja, na dann viel Spaß heut Abend, da können ja die Mädchen nur froh sein, dass Sie so weit denken.“

 

Jenny musste grinsen, denn sie erinnerte sich an ihren zwanzigsten Geburtstag, an dem ihre besten Freundinnen einen Stripper engagiert hatten. Dieser sah zwar sehr gut aus, konnte aber absolut nicht tanzen, und war für die gewünschte Showeinlage viel zu schüchtern. Ihre Freundinnen waren jedoch so begeistert von ihm und seiner charmanten Art, dass sie sich wie die Hühner um ihn herum scharrten. Und er war so begeistert von der turbulenten, witzigen Meute, dass er mit ihnen um 4 Uhr morgens noch durch die Kneipen zog, und auf seine Gage verzichtete. Ein Jahr später stand Jenny dann als Trauzeugin von ihm und ihrer Schwester Claudia im Standesamt.

 

Jenny war immer schrecklich neidisch auf die beiden gewesen. Ein Paar, dass so glücklich ist, und so viele Gemeinsamkeiten hat, kannte sie kein zweites mal. Claudia war, seit sie mit Markus zusammen war, nur noch am Strahlen, und war der festen Überzeugung gewesen, ihren Seelenverwandten in ihm gefunden zu haben.

Nur wenige Paare brauchen für ihr Glück nichts weiter als gemeinsame Zeit. Claudia und Markus waren wie aus der Werbung geschnitten: Ein Paar, das lachend durch die Wohnung tobte und sich ganz und gar ohne Worte verstand. Die zwei mussten nicht einmal reden um zu wissen, was den anderen gerade beschäftigte.

 

Doch dieses Paar gab es jetzt nicht mehr.

Claudia war vor einer Woche bei einem Autounfall ums Leben gekommen, und hinterließ eine Menge fassungsloser Freunde und Verwandte, die gar nicht begreifen konnten, was passiert war.

Auch Jenny war zutiefst schockiert. Ihre Schwester und beste Freundin war nicht mehr da, und es passierte noch oft, dass sie aus Gewohnheit nach ihrem Handy griff, und Claudias Nummer wählte.

 

„Jenny, würdest du bitte aufpassen, was du machst, der Kunde wollte einhundert Euro einzahlen nicht eine Million. Mensch, was ist denn los heute, du bist ja gar nicht bei der Sache!“

Jennys Kollege, Moritz sah verärgert auf den Druck auf der Einzahlungsquittung.

„Herr Meier wäre gerade fast in Ohnmacht gefallen, er dachte schon, er hätte endlich im Lotto gewonnen, nachdem er doch schon fast 50 Jahre da mitspielt.“

 

„Oh das tut mir wirklich Leid!“

Jenny spürte, wie ihr heiß und kalt gleichzeitig wurde. Herr Meier sah sie leicht amüsiert an, aber man konnte noch die Schweißperlen auf seiner Stirn erkennen. „Ach, wissen Sie, jetzt weiß ich wenigstens wie es sich anfühlt eine Million gewonnen zu haben, auch wenn ich nur für ein paar Minuten in den Genuss dieser Freude kam.“

Was konnte Jenny froh sein, dass Herr Meier ihren Fehler mit Humor nahm. Er hätte auch mit Recht in der Kassenhalle explodieren können, und das hätte das ganze noch viel unangenehmer gemacht.

„Diesen Kontoauszug werde ich als erstes meiner Frau daheim zeigen, die hoffentlich nicht vor Schreck umfällt und dann wird der eingerahmt. Dann kann ich meine Nachbarn neidisch machen, wenn die mal wieder zu Besuch kommen. Ha, von so einem Kontoauszug können die nur träumen. Und ich hab ihrem Kollegen schon gesagt, der soll dicht halten. Also ich werde Sie auf jeden Fall mal nicht bei Ihrem Chef anschwärzen, keine Sorge!“

 

Als Herr Meier die Geschäftsstelle verließ, stand Jenny wie vom Donner gerührt neben Moritz, und seufzte. „Oh man, wie schrecklich peinlich ist das denn nur!“

Sie merkte, wie ihr schon die Tränen kamen, und drehte sich von Moritz weg. Jetzt nur nicht vor ihm losheulen, dachte sie, nachher kommen noch dumme Fragen von den anderen. Und sie wollte im Moment einfach nicht mir jemandem von ihren Kollegen über den Unfall sprechen. Alle waren im Moment so glücklich, und sie wollte die Stimmung nicht verderben. Gerade sie war die Kollegin, die immer versuchte, gute Laune zu verbreiten, und kämpfte seit einer Woche jeden Tag mit sich selber. Moritz heiratete in einem Monat, und diskutierte jede Pause über Blumendekoration, Hochzeitstorten und die Speisekarte des großen Tages.

Jenny gönnte es ihm von Herzen aber war gleichzeitig auch furchtbar neidisch. Warum musste in ihrem Leben alles schief gehen, während den anderen das Glück nur so hinterher lief? Wie sehr sehnte sie sich zur Zeit danach, einfach ihre Koffer zu packen, und weit, weit weg von all den Problemen hier zu reisen. Warum wurde man im Leben nicht für jeden schlimmen Schmerz, den man erlebte entschädigt?

 

Sie merkte wie auf einmal jemand die Arme um ihre Schultern legte.
„Sag mal, denkst du etwa, wir können alle nicht lesen? Das war doch deine Schwester, die da letzte Woche in dem Teil mit den Traueranzeigen stand, oder nicht?“

Jetzt konnte sie die Tränen einfach nicht mehr zurückhalten. Ein schrecklicher Schmerz breitete sich vom Herzen aus, ganz so als würde jemand mit einem Messer langsam in Richtig Magen wandern. „Aber du hast ja kein Wort mehr mit uns geredet. Ich frag mich nur warum du uns so eine wichtige Information versucht zu verheimlichen?!“

 

„Ach, ich… Ich…“ Ein heftiges Schluchzen überfiel Jenny. Sie bekam keinen einzigen vollständigen Satz heraus.

„Oh Jenny, jetzt hol erst einmal tief Luft.“ Moritz schob Jenny in den kleinen Hinterraum.

„So, setzt dich erst einmal. Du machst jetzt mal Pause, ich bleib so lange an der Kasse. Soll ich dir grad einen Kaffee kochen? Schau mal, hier ist ein Stück Schokokuchen von meiner Großmutter. Den isst du jetzt erst mal, der hat mir auch schon früher immer die Bauchschmerzen vor der Schule genommen.“

 

Dankbar setzte Jenny sich an den Tisch und ließ ihren Kopf auf die Platte sinken. Wie sehr wünschte sie sich jetzt in ein klitzekleines Mauseloch verschwinden zu können, in welchem sich kein Mensch darum scherte, wie sie sich verhielt. In dem sie einfach abwechselnd den ganzen Tag schlafen und weinen konnte, ohne dumme Fragen beantworten zu müssen. Aber da sie keinen Urlaub mehr hatte, müsste sie sich dafür krankschreiben lassen. Und das hieß, zu einem Arzt gehen zu müssen, der viele Fragen stellte. Und genau davor lief sie weg. Sie wollte nicht reden. Und schon gar nicht auf irgendwelche Fragen eingehen müssen. Deswegen war sie auch froh, dass sie zur Zeit einfach nur an der Kasse stand. Dort fühlte sie sich den Kunden nicht ganz so ausgeliefert.

 

Nach einer halben Stunde überkam Jenny das Gefühl, möglichst schnell aus der Enge des Aufenthaltsraumes flüchten zu müssen.

Sie schnappte sich schnell ihre Jacke, und rannte aus der Bank heraus fast in einen Kinderwagen hinein. „Mensch was soll denn dass, passen Sie gefälligst auf, wo Sie hinrennen!“ Die zu dem Wagen gehörende Mutter fuhr Jenny empört an. „Also haben Sie eine Ahnung was hätte alles passieren können (…)“ Jenny hörte gar nicht richtig hin.

Sie rannte über den Marktplatz in Richtung Fluss.

 

Als sie am Fluss ankam, spürte sie, dass sie keine Kraft mehr hatte, um noch weiter zu laufen. Sie legte sie sich einfach in das Gras am Ufer. Die Welt verschwamm um sie herum, und sie hatte das Gefühl, dass der Kraftaufwand zum Atmen Dimensionen annahm, die sie nicht mehr zu bewältigen wusste. Wäre nicht alles einfacher, wenn sie den Kampf um jeden Atemzug einfach aufgab? Könnte sie so ihrer Schwester nahe kommen?
Was würde sie dafür geben, in einen Zustand zu geraten, in welchem sie den unerträglichen Schmerz nicht mehr spürte, der ihren ganzen Körper einnahm.
Jenny schloß die Augen. Ein seltsames Gefühl breitete sich in ihr aus. Ein seltsam friedliches Gefühl. In der Ferne nahm sie ein Grollen wahr. Einen Augenblick später erwischte sie auch schon der erste Tropfen mitten auf der Stirn. PLITSCH. Der Tropfen lief an der Seite die Schläfe entlang. Wann würden ihre Kollegen wohl anfangen, sie zu vermissen? PLATSCH. Ein nächster Tropfen traf genau ihr Kinn. Normalerweise hatte sie nicht länger als eine Stunde Mittagspause. PLITSCH. Wieder ein Tropfen auf der Stirn. Zunächst würden alle verärgert sein, und sich beim Chef beschweren, dass die Kasse nicht besetzt wäre. Wo bleibt diese Göre nur? Sind wieder Tagträume und Wolkenbilder mal wieder wichtiger als die Arbeit? PLATSCH. Diesmal würde es richtigen Ärger geben, da kann sie aber mal sehen! PLITSCH. Jenny war alles egal. Egal was die Kollegen dachten. PLATSCH. Den Kassenabschluss konnte auch jemand anderes heute Abend machen. Hoffentlich hatte sie heute eine richtig fiese Differenz! Dann würden die mal sehen, wie schrecklich es an der Kasse war. PLITSCH und wieder aufs Auge. Sie merkte wie die Welt immer weiter von ihr verschwand. Hatte sie den Kampf gegen das Leben nun endlich gewonnen? Durfte sie endlich ihre Schwester wieder sehen? Sie nahm einen vertrauten Geruch wahr. Und dafür gab es nur eine Erklärung: Sie musste tot sein. Denn wie sonst konnte sie das Parfum riechen, welches sie Claudia zu Weihnachten geschenkt hatte?

„Hallo?“ Sie hörte Schritte auf sich zu kommen. In wenigen Sekunden würde sie endlich ihre Schwester umarmen können!

 

„Hallo, können Sie mich hören?“

Das war eindeutig nicht Claudias Stimme. Aber vielleicht handelte es sich ja um so etwas wie einen Engel, der sie zu ihr bringen würde.

„Hallo, sagen sie doch was!“

Warum sollte Jenny etwas sagen. Es war doch alles gesagt, nun waren die anderen an der Reihe. Konnte diese Frau sie nicht einfach in Ruhe sterben lassen, und verschwinden?

„Oh Gott so sagen sie doch was! HILFE“

Die Frau begann hysterisch zu schreien . KLATSCH. Das war ihre Hand auf Jennys rechter Backe. Spielte sie Regentropfenfangen? KLATSCH. Das war die linke Backe.

Jenny konnte die Wörter, welche die Frau schrie, nicht mehr auseinander halten. Es war nur laut. Schrecklich laut. So laut dass es in Jennys Kopf anfing zu dröhnen. Alle Worte der Frau verschwammen zu einem monotonen Brummen. Fast war es, als würde Jenny sich langsam aber sicher von ihrem Körper lösen und in die Ferne driften. Die Welt um sie herum wurde schwammig, neblig, unreal. Unreal kam es ihr auch vor, dass die Frau ihren Oberkörper nahm und an sich drückte. Jenny konnte den Herzschlag der Frau hören, und dann war da noch dieser Geruch. Claudias Geruch. Eine Mischung aus Parfum und Zigaretten. Aber das war doch unmöglich, Claudia konnte doch unmöglich hier sein?

„Oh bitte, lass mich nie wieder los. Bitte, bitte, lass mich nicht los, egal was passiert, lass mich nur nicht los.“

Jenny fühlte sich dieser fremden Frau so vertraut und geborgen.

„Bitte“ flehte sie, „bleib bei mir, lass mich nicht los!“.

Ein tiefes Brummen mischte sich zwischen die Schwammwortlaute der Frau. Jenny konnte dieses Geräusch nicht identifizieren. Sprach da noch jemand? Falls es sich um Worte handelte, sprach der Mensch eine Sprache, die sie nicht kannte. Wo war sie überhaupt? Sie spürte, dass ihr Körper zitterte. Ihr war kalt, und irgendjemand fuchtelte ihr gerade mit einer Lampe vor den Augen herum. Autsch. Etwas stach in ihren Arm. Was zum Teufel geschah hier?

 

„Frau Ferring, können Sie mich hören?“ Das war nicht die Stimme von der Parfum-Zigaretten-Frau. Wo war die überhaupt hin? Jenny wollte sich an ihr festhalten, denn hier stimmte etwas ganz und gar nicht. Sie konnte keinen einzigen Muskel bewegen.

„Frau Ferring, wir werden Sie jetzt in das Städtische Krankenhaus fahren, keine Angst, sie sind in guten Händen.“

Nein! Jenny konnte es nicht fassen. Konnte man nicht einfach in Ruhe sterben?

Sie wollte doch nur zu Claudia. Ihr nahe sein, sie wieder sehen.

 

Aber das hier war definitiv zu anstrengend um der Tot zu sein. Sie wurde gezwungen zu atmen. Dazu gezwungen, die Augen zu öffnen. Der Typ, der mit der Lampe vor ihren Augen herum fuchtete war ziemlich hartnäckig.

“Frau Ferring, öffnen Sie bitte Ihre Augen!”

 

Wozu?

Wozu sollte sie die Augen öffnen? Nichts könnte so wundervoll sein, eines Blickes würdig zu sein…

 

 

 

 

 

 

 

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