Cover Trügerisches Neapel

Rezension: „Trügerisches Neapel“ von Fabio Paretta

Schönes Neapel. Grausames Neapel.

Ein Fall für Commissario De Santis

Inhalt

Ein scheinbar normaler Frühlingstag in Neapel: Während auf den Terrassen der Cafés die Menschen das Leben genießen, wird in einer Seitenstraße eine Boutique ausgeraubt. Doch diesmal wird dabei ein Schüler erschossen. Ist es nur ein dummer Zufall, oder hatte jemand einen Grund, den Jungen zu töten?

Commissario Franco De Santis, der eine Tochter im Alter des Opfers hat, stößt bei seinen Ermittlungen auf ein riesiges Netz aus Betrug, Schulden und Schwarzhandel. Doch obwohl alles auf die Camorra hindeutet, lassen Franco De Santis vor allem die Mitschüler des Toten nicht mehr los.

In ihren Augen liest er Frust, Hass – und Angst …

Auszüge

Der Kommissar nahm Marin zur Seite: „Geben Sie mir einen Überblick.“

„Der Laden heißt Gentleman, der Inhaber ist ein gewisser Otello D’Astoli, das Opfer vermutlich Salvatore Ronga, eine achtzehnjährige Aushilfskraft. Mehrere Zeugen haben um etwas Viertel vor acht einen Schuss gehört. Die Täter sind mit einen Scooter Richtung Piazza dei Martiri geflüchtet.“

„Und dann?“

„Wissen wir nicht.“

Franco De Santis setzte sich in sein Auto, nahm sein Smartphone und wählte sich ins Intranet ein. Matar M’Keita – immerhin hatte er jetzt einen Namen. Allerdings wollte er nicht in der Questura anfragen.

Er musste unterhalb von Rejas Radar fliegen. Also probierte er es mit gewöhnlichen Suchmaschinen, mit sozialen Netzwerken und dem Einwohnerregister von Neapel.

Dort fand er einen Matar M’Keita im Vico Dattero alla Maddalena, im Viertel Duchesca. Na bitte! Sogar polizeilich gemeldet. Offensichtlich hatte er sich eine legale Existenz aufgebaut, falls er denn der richtige M’Keita war. De Santis startete den Wagen und fuhr hin.

Das Haus war ein muffiges, vierstöckiges Gebäude mit hunderfach überklebten Klingelschildern, zerbröselten Fenstersimsen und, soweit der Kommissar es erkennen konnte, ausschließlich farbiger Bevölkerung.

Die Gegend zwischen Hauptbahnhof und Hafen war seit Längerem Zuzugsgebiet von Chinesen, Parkistani und Schwarzafrikanern, die hier ihren Aktivitäten nachgingen.

Tagsüber betrieben sie Läden, nachts Straßenhandel und Prostitution. Seit Jahren tobten in der Duchesca Revierkämpfe, und keine Behörde verstand, wo die Grenzen zwischen den Revieren und Ethnien verliefen. Tatsache war, dass die weißen Clans sich nach und nach zurückgezogen hatten.

Fazit

Wie in seinem Krimidebüt „Die Kraft des Bösen“ schafft es Fabio Paretta auch in diesem Krimi wieder seine Leser mit in die schönen und gefährlichen Gassen von Neapel zu ziehen und ein Gespür für die Widersprüchlichkeit der Stadt zu vermitteln.

Die „Zuordnung“ der neuen und vor allem sehr schönen Mitarbeiterin Carmela De Cillis bringt frischen Wind in das schwierige Teamgefüge.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Euch Deva


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