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Sechs Wochen Waldorfschule: Eine erste Bewertung

Die Waldorfschule. Ein heftigst umstrittenes Schulsystem, welches es in Deutschland gibt und vielen diffusen Mythen und Gerüchten unterliegt.

Ja, dieser Waldorfschule vertrauen wir unsere Tochter Viktoria an. Und das nun schon seit sechs Wochen.

Diese ersten Wochen an dieser bunten Bullerbü-Alternative haben uns in allem so bestärkt und bestätigt, dass wir alle, allen voran Viktoria glücklich in die Herbstferien gestartet sind.

Wie liefen unsere ersten sechs Wochen an dieser bunten und warmherzigen Schule also ab?

Zunächst muss ich alle Skeptiker enttäuschen: Das Kind schreibt bereits zehn Wörter und kann diese nicht tanzen (Ironie muss sein).

Und sie hat nicht gemeinsam mit den Klassenkameraden den Klassenraum zerstört, wie ja viele externe Eltern, wenn sie an Waldorfschulen denken, befürchten.

Denn was man unter Pädagogik auf Augenhöhe versteht, hat nichts mit „antiautoritär“ oder „unerzogen“ zu tun.

Die siebzehn Kinder aus Viktorias Klasse haben ein wunderschönes Klassenzimmer, feste Regeln, feste Rituale und zwei herzliche Klassenlehrer, die in  über sehr viel Empathie und Rückgrat verfügen.

Die Kinder dürfen nicht machen, was sie wollen. Die ersten Wochen haben sie „geübt“, sich an feste Regeln im Unterricht zu halten. Und das klappt sehr gut.

Es wird nicht erwartet, dass man von jetzt auf gleich mit sechs Jahren auf den „Schulmodus“ (Stillsitzen und Zuhören) schaltet.

Die Kinder sind nun einmal gerade erst aus dem Kindergarten  gekommen.

Die Klasse bewegt sich viel. Zum Beispiel jeden Morgen nach der Ankunft in der Klasse. Da werden die Tischchen zu Turngeräten umfunktioniert und man Balanciert, Klettert und Singt.

Der Unterricht selber fand die ersten sechs Wochen noch nur aus dem Hauptunterricht bei den Klassenlehrern.

So konnten die Kinder in Ruhe in der neuen Umgebung ankommen, sich und die Lehrer kennenlernen und sich an den neuen Rhythmus gewöhnen. Nach dem Hauptunterricht ging es mit den Lehrern zusammen in den Hort, um sich auch dort bereits einzugewöhnen. Denn nach den Herbstferien werden die meisten Kinder den Hort bis ca. 14 Uhr besuchen.

Was ich sehr bewundere ist die Tatsache, dass die typische Schulpatenschaft, die es ja an vielen Grundschulen für die Erstklässler gibt, von Neuntklässlern übernommen wird, die das sehr ernst nehmen.

Viktoria hat also zwei Paten, die sich sehr rührend um Viki kümmern. Das fängt schon im Schulbus an: Eine Patin steigt direkt im nächsten Dorf ein. Zusammen mit dem anderen Paten wird Viktoria dann in ihre Klasse gebracht. Die Paten zeigen alles wichtige an der Schule, spielen in den Pausen mit den Kindern (wohlgemerkt: freiwillig!!) und kommen zum Frühstücken in die erste Klasse.

So viel Herzlichkeit und vor allem Übernahme von Verantwortung ist in der neunten Klasse nicht selbstverständlich.

Im Unterricht wird viel gemalt. Die Buchstaben werden oft in einem Bild, welches die Klasse im Rahmen eines Märchens gemeinsam in die Hefte malt, entdeckt.

Danach werden die Buchstaben in Wörter integriert eingeführt und die Wörter, die die Kinder stolz schreiben werden ebenfalls mit bunten Bildern bespickt.

 

Fazit:

Das Kind steigt jeden Morgen freudestrahlend in den Schulbus. Sie zeigt uns sehr stolz, was an dem Tag gemacht wurde, wenn sie nach Hause kommt. Die Klasse ist viel in Bewegung und lernt dennoch bis jetzt die gleichen Dinge wie an der staatlichen Schule. Nur in „schön“ und bunt.

Und es gibt keine Hausaufgaben;) Da muss ich gestehen, bin ich nicht böse drum. Deva auch nicht. Viktoria aber doch, ein bisschen.

Wir freuen uns auf die kommenden Wochen, in denen nun der richtige Stundenplan einsetzt. Es kommen also Fächer wie Religion, Musik und Englisch hinzu.

Und Viki geht in den Hort und darf endlich (so sagt sie) in der Schulmensa essen.

Liebe Grüße

Eure Mira

 

 

Foto Aquarelle: La corneja artesana / shutterstock
Foto Buntstifte: xeuphoriax / shutterstock

Foto Schulgelände: Migren art / shutterstock

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