Was das Universum mich lehrt

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Liebe Leser,

die letzten Monate, das habt ihr ja mitbekommen, waren für uns hier sehr stressig und unangenehm. Das muss ich sicher nicht noch weiter beschreiben, ich sage nur: Das Stoma und der Behördenkampf, welcher mich inzwischen meine Wohnung gekostet hat.

Nun ja. Deva wäre nicht Deva, wenn er es nicht immer wieder schaffen würde, mich davon zu überzeugen, dass in dieser Welt nichts ohne einen Grund passiert.

Jetzt fragt man sich, was das Universum uns lehren möchte, wenn in einem einzigen Jahr so viel schief geht.

Ich habe mich mal ein wenig ausgetobt, und bin zu diesen Erkenntnissen gekommen:

  • Ich darf lernen, für mich selber einzustehen. Denn mein Leben lang versuchte ich, niemandem auf die Füße zu treten. Ich habe Rechnungen bezahlt, die absolut ungerechtfertigt waren, nur um keinen Ärger zu bekommen. Und ich habe oft nicht einmal versucht, meine Rechte einzufordern, wenn mir jemand etwas schuldete. Jetzt habe ich mir einen Anwalt genommen, um das Arbeitsamt zu verklagen. Es kann einfach nicht sein, dass eine Mutter ein halbes Jahr lang keinerlei Einkommen hat. Und das in DEUTSCHLAND…
  • Ich soll endlich meiner Berufung folgen. 
  • Mein riesen Problem, meinen Körper zu akzeptieren, wurde mir jetzt so heftig um die Ohren geschlagen, dass es immer noch nachbebt. Jetzt muss ich nicht nur mit Rundungen klarkommen, gegen die ich einfach nicht ankomme, sondern mit dem „Dings“ am Bauch (das Stoma nenne ich immer „Dings“). Kein schöner Anblick. Und Deva liebt mich immer noch:) Vielleicht sollte ich es auch mal endlich tun.
  • Jetzt, wo Püppilotta einen ganzen Monat nicht bei mir sein konnte, habe ich nochmals spüren dürfen, wie unfassbar lieb ich sie habe. Ich glaube, dass man vieles zu selbstverständlich nimmt, wenn man es einfach immer um sich hat. Auch das eigene Kind. Und ich sollte diesem Universum einfach noch viel dankbarer für diesen blonden, wunderbaren Engel sein
  • Auch meine Dankbarkeit, Püppilottas Vater gegenüber durfte ich nochmals erleben. Denn es ist keineswegs selbstverständlich, dass ein Papa seine Tochter von jetzt auf gleich aus 400km Entfernung abholt. Einfach so, auf Zuruf. Und er hätte eigentlich für eine Prüfung lernen sollen (die er trotzdem mit einer Zwei schaffte!).
  • Selbstverantwortung. Ja, das ist ein Thema, dass mich schon sehr lange begleitet. Ich kann für andere Menschen Anträge jeder Art ausfüllen. Doch wenn ich in eigener Sache auch nur eine Überweisung ausfüllen muss, erstarre ich wie ein kleines Kind vor Schreck. Und hoffe, dass irgendein Retter kommt, der es für mich übernimmt. Man sich selber nicht einfach „ungeschehen“ machen, nur weil man nicht nach außen hin agiert. Auch wenn man sich selber für noch so überflüssig und belastend für diese Welt hält, kann man sich nicht weg-procrastinieren.
  • Ich habe so dermaßen gelernt, nur mit dem allernötigsten zu leben, was ich gerade brauche: Normalerweise kaufte ich viel „Ramsch“, der die Wohnung zumüllte (Zeitschriften!!! Deko, Modeschmuck, Kosmetik…). Und all dies brauche ich nicht mehr, um mich wohl zu fühlen. Im Gegenteil: Ich kann gut auf Sachen verzichten, wenn ich dafür meinem Kind ein paar Schuhe kaufen kann! Das sind die Grundversorgungsdinge, die man einfach braucht. Und sogar dafür fehlt im Moment das Geld…

Ihr seht, es gibt in der Tat hinter allem, was wir erfahren, einen Sinn. Man muss ihn nur für sich finden;) Vielleicht kann ich Euch ja mit meinem Beitrag ein paar Impulse geben, sich auf die Suche nach dem Sinn Eurer Erfahrungen im Leben zu begeben? Auf jeden Fall macht ein Perspektivenwechsel alles viel angenehmer und leichter!

Liebe Grüße

Eure Mira


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