Erziehung – Schenken wir unseren Kindern Aufmerksamkeit, bevor sie sie einfordern.

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Nein, natürlich nicht! Und dennoch bringen wir unsere Kinder ungewollt dazu sich uns anzupassen. Wie dies geschieht und was wir dagegen tun können, erklären wir in diesem Beitrag.

Kinder suchen immer „ihr“ besonderes Talent, um die Aufmerksamkeit ihrer Eltern zu erhalten.

Wenn ein Kind beispielsweise durch gute Noten Aufmerksamkeit erhält, spürt das Geschwisterkind sehr schnell, ob es auf diesem „Gebiet“ gegen den Bruder / die Schwester ankommt oder nicht. Es probiert es vielleicht auf einem anderen Bereich, die Aufmerksamkeit zu erregen, wie zum Beispiel im Sport, in der Musik, Krankheit oder in dem es sich sehr sozial und hilfsbereit verhält. Das sind nun nicht unbedingt die eigenen Talente unserer Kleinen.

In manchen Familienkonstellationen kommt es vor, dass ein Kind glaubt, nicht genug „positive“ Aufmerksamkeit erreichen zu können und es mit negativer Aufmerksamkeit probiert, indem es nicht hört, seine Hausaufgaben nicht macht, seine Geschwister oder andere Kinder schikaniert. Kinder sind darin sehr einfallsreich.

Nichts ist für Kinder beängstigender als keine Aufmerksamkeit zu erhalten!

Vielleicht fragt Ihr Euch jetzt, was denn daran problematisch sein soll, wenn unsere Kinder probieren unsere Aufmerksamkeit für besonderes Verhalten oder Leistungen zu erhalten?

Ok, ich probiere es mal kurz und knapp:

Weil sie dann nicht sie selbst sind.

Sie kümmern sich nicht mehr so sehr um ihre eigentlichen Interessen und Bedürfnisse, sondern suchen immer mehr nach Verhaltensweisen für die sie positive Anerkennung erhalten bzw. geliebt zu werden. Wir verstärken damit, gewollt oder ungewollt, die Überzeugung, dass wir nur geliebt werden, wenn wir „lieb“ bzw. angepasst sind.

Wie können wir unseren Kindern mehr Aufmerksamkeit und Liebe schenken?

Liebe, da ist das schwierige Wort, was vielen von uns (insbesondere uns Männern, vermutlich, weil darin eine Endgültigkeit mitschwingt, die wir nicht einzuschätzen vermögen) schwer fällt über die Lippen zu bekommen. Wir denken, wir lieben unsere Partnerin, dass wird sie doch wissen. Oder ich tu doch alles für sie…

Doch manchmal, wünscht man bzw. frau sich genau diese Worte zu hören. Ähnlich geht es unseren Kindern. Allerdings nur ähnlich, denn einerseits fühlen bzw. sind sie wesentlich abhängiger von uns und auch häufiger wesentlich unsicherer, dass sie mehr Zuspruch und Anerkennung brauchen als wir Erwachsene.

Aber wie bzw. wofür sollen wir denn unsere Kinder dann loben und Anerkennung schenken?

Eine Möglichkeit besteht darin, unsere Kinder mehr für andere Dinge zu loben, für die sie „nichts tun müssen“, sondern einfach für ihr SEIN, wie z.B. für ihr Lachen, dafür, dass sie da sind, dass es sie gibt, dass sie sich trauen neues zu probieren (…).

Welche Möglichkeiten fallen Euch noch ein???

Wir würden uns über Eure Erfahrungen damit sehr freuen!:-)

Deva

(Familientherapeut, Persönlichkeitsentwickler und Trainer für Gewaltfreie Kommunikation)

 


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