Ein Fall für Peri Reed

Rezension – „Die Zeitagentin“ von Kim Harrison

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Die Zeitagentin von Kim Harrison
Die Zeitagentin von Kim Harrison

Detroit im Jahr 2030. Das gesellschaftliche Leben wird inzwischen von der Geheimorganisation OPTI beherrscht: Im Verborgenen regelt sie die wichtigsten Angelegenheiten der oberen Zehntausend der USA. Um ihre Aufträge so effektiv wie möglich zu erledigen, nutzt die Organisation Zeitagenten – Menschen, die bis zu vierzig Sekunden in der Zeit zurückspringen und die Vergangenheit verändern können.

Peri Reed ist so eine Zeitagentin. Sie ist jung, sexy und tough. Und – sie ist die beste ihres Fachs. Der einzige Nachteil, den ihr Job mit sich bringt: Nach jedem Zeitsprung verliert Peri ihr Gedächtnis und ist darauf angewiesen, dass ihr Partner Jack diese Lücken wieder auffüllt.

Als eines Tages eine von Peri und Jacks Missionen fehlschlägt, wird Peri plötzlich der Korruption verdächtigt und landet auf OPTI´s schwarzer Liste. Allerdings kann sie sich an nichts mehr erinnern, und auch Jack ihr Anker, verhält sich plötzlich merkwürdig.

Peri beschließt zu fliehen und auf eigene Faust ihre Unschuld zu beweisen. Auf der Flucht begegnet sie dem geheimnisvollen Silas, der mehr über Peris Vergangenheit zu wissen scheint als sie selbst. Doch wem kann Peri noch vertrauen? Jack? Silas? Oder nicht einmal sich selbst?

Ein Auszug:

Mit gerunzelter Stirn griff Peri nach dem Shampoo. Sie fühlte sich verletzlich, fast so, als könnte sich irgendetwas aus ihrer Vergangenheit erheben und sie zu Fall bringen. Was den Knoten hervorgebracht hatte, lag auf der Hand: der Geschmack der Schokolade und der Geruch des Whiskeys  in Verbindung mit Jacks Gesicht im hellen Licht des Clubs. Aber sie traute sich nicht einmal, daran zu denken. Jedenfalls nicht, solange Jack nicht mit dem Frühstück zurück war.

Nachdem sie einander drei Jahre lang gegenseitig den Arsch gerettet hatten, hatte sie absolutes Vertrauen zu Jack. Ihr Bauchgefühl riet ihr jedoch, unterhalb des Radarschirms ihres Auftraggebers zu bleiben, bis Jack ihr die Erinnerung zurückgebracht hatte, umso mehr, als sie sich nun mit einem Erinnerungsknoten herumschlagen musste.

Ihre Arme schmerzten, als sie die Spülung in ihr glattes schwarzes Haar einarbeitete. Es war länger als in ihrer Erinnerung, aber das war nichts Besonderes. Was leider auch für die ihr nicht erklärlichen sogenannten Teppichflechten – Hautabschürfungen, ausgelöst durch Reibung auf dem Boden – und die blauen Flecke galt. Dieser Zustand der Abkoppelung, den die Zeitsprünge zurückließen, war ihr verhasst. Ohne Jack wäre sie jetzt hilflos. Allein. Verloren.

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Vor allem zu Beginn des Thrillers hatte ich meine Probleme mit dem visualisieren und dem verstehen der Geschehnisse, was möglicherweise daran lag, dass es der Hauptperson häufig auch nicht viel besser ging, da ihre Vergangenheit immer wieder „neu geschrieben wurde“. Die Geschichte ist spannend und die stimmigen Charaktere sind klasse herausgearbeitet. Auch wenn es nie langweilig wird, hätten 500 statt gut 600 Seiten meiner Meinung nach, der Geschichte keinen Abbruch getan.

Ich wünschen allen Thriller- und „Science-Fiction-“ Liebhaber  viel Vergnügen beim Abtauchen.

Euer Deva


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