Rezension „Pechmaries Rache“ von Carla Berling

Die Pechmarie erduldet viel. Aber irgendwann nimmt sie Rache.

Auf dem Hellberger Hof reagiert der Hass: Alle Familien sind bis aufs Blut zerstritten – spätestens seit die dreijährige Angelina im Bach ertrunken ist, weil ihre Großmutter nicht richtig aufgepasst hat.

Reporterin Ira Wittekind, die eigentlich mitten in den Hochzeitsvorbereitungen steckt und einen Artikel über den Hof schreiben will, hat von Anfang an ein merkwürdiges Gefühl. Dann sterben zwei weitere Menschen. Und als Ira gemeinsam mit Kommissar Brück recherchiert, stellt sich schnell heraus, dass die Ursachen für die Streitigkeiten auf dem Hof eine Grausamkeit besitzen, die sie sich niemals hätte vorstellen können …

Auszug

… Nikola (Marilenas Schwiegertochter) sagte, nur Lilo habe vorher gewusst, dass Sissy zurückkommen würde. Als sie wieder eingezogen war, sei eine beispiellose Intrige wegen einer Bagatelle losgegangen.

Sissy wollte ein Handy haben, bekam aber keinen Vertrag, weil sie kein Einkommen hatte. Sie brachte ihre Mutter dazu, den Vertrag für sie abzuschließen. „Tja, und dann bekam Marilena Rechnungen, Mahnungen und Zahlungsbefehle über mehr als sechstausend Euro. Sie gab sie an Sissy weiter und forderte sie auf, die Rechnungen zu bezahlen.“

Ira ahnte, was kam. „Was Sissy nicht tat.“

„Was Sissy nicht tat, genau. Und sie ignorierte jedes Schreiben. Der Handyvertrag wurde gesperrt, und es gab für Marilena unangenehme und folgenschwere Schufa-Einträge.“

„Wie kriegt man so hohe Handyrechnungen hin?“

„Sissy hatte so lange bei teuren Dating-Hotlines angerufen, bis die Karte gesperrt wurde.“  …

Fazit

Ein sehr schöner „ländlicher Krimi“ mit charakterstarken Akteuren und vielen Wendungen. Ich fühlte mich direkt „zuhause“ und von der Geschichte gefesselt. Neben den Recherchen zu den Todesfällen wird die Planung der Hochzeit von Ira Wittekind sehr anschaulich beschrieben. Wäre gerne Gast gewesen 🙂

Und weil der Krimi mir so gefallen hat, werde ich schauen, ob ich nicht noch weitere Krimis aus der Ira Wittekind-Reihe hier vorstellen kann.

Die Autorin

Carla Berling, geboren 1960 als Peggy Wehmeier, wuchs auf einem westfälischen Bauernhof auf. Sie ist eine unverbesserliche Ostwestfälin mit rheinischem Temperament, die in Köln lebt, verheiratet ist und zwei Söhne hat. In der Babypause ihres ersten Kindes begann sie mit ersten Schreibversuchen und fand dann den Quereinstieg als freie Mitarbeiterin bei einer Tageszeitung als Lokalreporterin und Pressefotografin.

Zuletzt erschien bei Heyne ihr Roman: „Der Alte muss weg“.

Leave a Reply

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.