Von der Reha, Heimweh und einem kalten Entzug

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Liebe Leser,

heute kommt nun endlich der erste Bericht aus der Reha, in der Püppilotta und ich gerade sind.

Seit gut zwei Wochen sind wir nun in der Vitalisklinik in Bad Hersfeld. Ich bin hier, um die Probleme seit der Rückverlegung des Stomas in den Griff zu bekommen. Vor allem die ständige Unterzuckerung, die daher kommt, dass mein Darm immer noch nicht so richtig „weiß“, wie er welche Stoffe spalten muss, macht mir bisher sehr zu schaffen.

Aber es wird alles bereits viel, viel besser:-)

Mein Hauptproblem ist folgendes:

Ich hatte vor drei Wochen kurzerhand einfach mal die Antidepressiva, die ich seit nun zehn Jahren nehme, abgesetzt. Ich dachte, da ich nach drei Tagen noch keine Entzugserscheinungen hatte, dass es ein Kinderspiel werden würde.

VON WEGEN.

Es war nach einer Woche, als es mich aus den Socken haute. Ich war wie ein Junkie auf Entzug:

Zittern, Schweißausbrüche, Wahrnehmungsstörungen, Übelkeit, Kopfschmerzen…

Ich bekam die volle Ladung Entzugserscheinungen:-(

Und eine Woche lang ging es mir richtig schlecht.

Aber nun habe ich dank der Ärzte hier eine Lösung gefunden, mich endgültig von dem Chemiemist zu trennen, aber dabei nicht den Körper so zu strafen: Ich schleiche sie nun auf. Derzeit nehme ich keine zehn Prozent mehr von der Dosis, die ich noch vor drei Wochen nahm:)

Also, meine allgemeine WARNUNG:

SETZT NIE, NIE MALS ANTIDEPRESSIVA EINFACH SO AB!!!
Das kann sogar zu Herzrhythmusstörungen führen, was letztendlich nicht gerade ungefährlich ist…

Erst einmal aber nun ein paar Sätze zur Klinik:

Also, es handelt sich bei der Vitalisklinik um eine Klinik für jegliche Krankheiten, die sich auf den Magen- Darmtrakt beziehen. Auch Leber und Nierenprobleme werden, glaube ich, hier behandelt.

Es gibt eine Akutklinik im Haus und den größeren Teil: Die Rehaklinik.

Leider ohne einen eigenen Kindergarten, wodurch ich Püppilotta jeden Tag in einen Kindergarten in der Stadt bringen muss.
Das ist das einzige, was ich „bemängeln“ kann. Ansonsten ist die Klinik selber einfach toll!

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Püppilotta und ich haben zwei Zimmer, die mit einer Verbindungstür verbunden sind.

Das allergrößte für die Maus: Ihr eigenes Bad!!! … sie putzt jetzt immer ewig ihre Zähne:-P

Der Therapieplan

Der Therapieplan sieht bei mir so aus:

Viele Vorträge zu den Themen Sport, Ernährung und Darmgesundheit.

Sport (das Fitnesstraining in der Turnhalle ist… eine Kampfansage^^Ich halte nicht einmal zehn Minuten durch…).

Massagen, Heupackungen, Wassertherapien.

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Also im Großen uns Ganzen: rund und ausgewogen. Dabei wird der Tag nicht zu voll gepackt, wodurch ich viel Leerlauf habe, was mir ganz entgegen kommt. Ich kann jeden Tag zwei Einheiten Yoga einbauen und mich viel draußen bewegen.

Die Mitpatienten sind zwar zum Großteil wesentlich älter als ich, aber es gibt noch zwei Mamas hier, wodurch der Kindertisch immer sehr unterhaltsam ist. Außerdem fühle ich mich weniger alleine, denn zu den beiden war es viel leichter, Kontakt aufzubauen. Inzwischen sind aber auch die meisten anderen Patienten sehr kommunikativ und auch zu Püppilotta sehr, sehr lieb.

Die Stadt Bad Hersfeld und ihre Möglichkeiten, etwas zu unternehmen

Die Stadt Bad Hersfeld ist mir bisher sehr wetterabhängig erschienen. Bei Sonnenschein haben wir einen grandiosen Kurpark, in dem wir uns sehr gerne aufhalten:

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Außerdem gibt es ein Freibad sowie ein Wörtermuseum, das „Wortreich“.

Bei schlechtem Wetter hingegen ist man hier sehr eingesperrt. Das einzige Hallenbad, dass kindertauglich ist, hat seit Ende Mai Saissonende:-( Und das Schwimmbecken in der Rehaklinik ist am Wochenende fremdvermietet. Dadurch kann einem mit KIND hier dann doch schon mal die Decke auf den Kopf fallen…

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Aber im Notfall machen es uns hier selber nett. Unter anderem, und das geht sehr oft von Püppilotta aus: Mit Yoga.

Sie liebt es, die vielen Videos im Internet nachzumachen;)

In den kommenden acht Tagen werden wir es uns noch einmal möglichst gut gehen lassen, und es genießen, das Essen serviert zu bekommen und einfach nochmal so viel Zeit für uns zwei zu haben.

Kommende Woche beginnt ja endlich meine heiß ersehnte Yogaausbildung:-) Ich kann es eigentlich kaum erwarten, wodurch ich mich, dann doch auch auf das Ende der Reha freue.

Zudem warten auf Deva und mich grandiose Aufgaben, denen wir uns mit viel Herzblut widmen werden.

Also, bis bald und liebe Grüße!
Eure Mira

 


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