Was ist eine Doula?

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Hallo Ihr Lieben:-)
Heute werde ich euch von den sogenannten DOULAS berichten. Die HELFENDEN ELFEN aller werdenden Mamas.
Denn leider ist diese Art der Geburtsbegleitung noch immer sehr unbekannt. Auch ich wusste bis vor kurzem mit diesem Begriff nichts anzufangen. Dabei hätte ich gerade während der Geburt und im Wochenbett GENAU DIESE HILFE dringend gebraucht.

Wie oft habe ich schon von frisch gebackenen Eltern die Enttäuschung gehört, dass die Freude über die Geburt in dem medizinischen Ablauf versunken ist, und gar nicht oder nur sehr wenig wahrgenommen wurde. Ist denn die Geburt nicht DAS LEBENSEREIGNIS schlechthin???
Und gehört es nicht dazu, dass dann im Kreissaal die Geburt auch als solches zelebriert wird? Sollten liebevolle Worte an die werdenden bzw. frisch gebackenen Eltern nicht selbstverständlich sein?????

Leider ist in den meisten Krankenhäusern diese Atmosphäre verloren gegangen. Die personellen Strukturen erlauben es leider keiner Hebamme mehr, ständig bei ihren Patientinnen zu bleiben, und alle paar Minuten nach ihnen zu schauen.
Und von den Ärzten brauchen wir gar nicht erst reden (und das soll um Himmels Willen keine Verurteilung sein, denn diese haben es sich ja nicht so ausgesucht!!)…

Aber wäre es nicht sehr, sehr angenehm, eine Begleitung zu erfahren, die kontinuierlich bei der werdenden Mutter bleibt, und neben den medizinischen Versorgungen alles andere Rund um die Geburt begleitet???
Nie wieder das Gefühl des „verlorenseins“ im Kreissaal??????

Dann kann ich eine Doula empfehlen (und ich werde beim nächsten Kind eine haben!!!!)

Aber, erst einmal klären wir mal, was Doulas überhaupt sind:

Doulas sind Frauen, die neben Arzt und Hebamme (!!und zwar ohne diesen reinzureden!!) werdende Mütter in einem sehr persönlichen Rahmen und mit wesentlich mehr Zeit betreuen.

Insbesondere während der Geburt bleiben sie bei den werdenden Eltern, und haben keine anderen Patienten, um die sie sich kümmern müssen. Ganz besonders möchten sie den werdenden Eltern Ängste nehmen. Denn gerade im Kreissaal trauen sich viele Frauen nicht, alle ihre Fragen zu stellen, da sie schnell das Gefühl haben, das medizinische Personal zu stören oder zu „nerven“. Doulas kennen auch Methoden der natürlichen Schmerzlinderung und schaffen eine vertrauensvolle Atmosphäre.

Um eine Doula zu werden, müssen die „helfenden Elfen“ einige Bedingungen erfüllen:
Sie sind in jedem Falle selber Mutter, denn diese Erfahrung ist nicht durch ein Studium oder Lektüre anzueignen,
Und haben eine Ausbildung absolviert, in der sie alles wesentliche rund um die Geburt lernen. In mehreren Praktika sammeln sie zudem noch weitere Erfahrungen in Kreissaal und Hebammenpraxis.

Um an eine kompetente Doula mit fachgerechter Ausbildung zu gelangen gibt es ein Verzeichnis aller Doulas, die im Verband GfG verzeichnet sind, und somit eine sehr gute Ausbildung erfahren haben:
http://kurse.gfg-bv.de/kurse1.php?art=4&doula=2

Die Doulas, an die ich mich bei meinem nächsten Kind wenden werde, und die ich auch zu diesem Bericht befragen durfte findet ihr in Trier, hier gehts zu der Hompage der beiden: http://www.mimas-online.de/

Was sagen die Hebammen?

Die Hebammen haben zur Unterstützung durch Doulas übrigens sehr geteilte Meinungen. Viele sehen Doulas als „Konkurrenz im Kreissaal“ und sind ihnen gegenüber eher skeptisch.
Doch in einem Artikel der Kölnischen Rundschau habe ich auch eine schöne Zusammenarbeit beider Seiten gesehen.

Die Hebamme sagt hier:
„Für mich war das zunächst auch etwas Neues. Ich empfand es aber schnell als schöne Ergänzung.“ Die steigenden Anforderungen und schweren Bedingungen für Hebammen überforderten den Beruf, so die fünffache Mutter: „Da ist es schön, wenn man nicht alleine dasteht und die Familien zusätzlich mental unterstützt werden.“
(siehe http://www.rundschau-online.de/koeln/doulas-in-koeln-werdenden-muettern-die-aengste-nehmen,15185496,21962790.html)

Demnach ist die Kombination von Hebamme und Doula für alle Seiten sehr praktisch, und alle profitieren davon.

Das einzige, was ich persönlich sehr schade finde: Die Kosten werden nicht einmal anteilig von den Kassen übernommen… Eine Begleitung mit Rufbereitschaft, mehreren Treffen und der Beratung kostet um die 400€ je nach Anzahl der Treffen etc.
Aber nach den Erfahrungen im Wochenbett bei meiner Maus (die jetzt 9 Monate alt ist), würde ich das als wertvolle Investition sehen. Denn mir konnte z.B. kein Mensch zeigen, wie man beim Stillen anlegt. Nach dem Kaiserschnitt war die Hebamme nicht mehr bei uns, weil sie sich ja um mein Baby kümmern musste, und ich lag alleine, heulend im Aufwachraum, und später alleine im Kreissaal. irgendwie die Ironie schlechthin: Im Kreissaal, ohne Baby im Bauch, und ohne Baby im Arm. Denn die Kleine konnte mir auch nicht gebracht werden, und ich konnte ja nicht aufstehen… Es waren die schlimmsten 10 Stunden meines Lebens, bis ich die endlich am nächsten Morgen halten durfte.
Und wie panisch war ich, weil keine Milch kam, die kleine nichts mit der Brust anzufangen wusste, und ich manchmal über eine Stunde warten musste, bis eine Kinderkrankenschwester eine Flasche brachte. Ich selber konnte ja sogar einen Tag nach der OP immer noch nicht selber auf die Kinderstation laufen… Und der Papa kann ja wie auch bei vielen anderen Eltern nicht 24h da bleiben:(
Eine Doula hätte mich dazu ermutigt, nach einer Hebamme zu fragen, ohne Angst zu haben, sie zu stören.
Sie hätte mich beim Sillen beraten können, und sicherlich eine Flasche holen;)

Also: werdende Mamas: Lasst euch doch von der Familie diese wunderbare Geburtsbegleitung schenken.
Ich kann es nur empfehlen, und hoffe, dass immer mehr Eltern diese tollen Frauen kennen lernen:-)

Liebe Grüße
Eure Mira

 

Copyright Foto: Christian v.R.  / pixelio.de

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