12 Stunden warten – auf leeren Krankenhausfluren – kann die Hölle sein

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Diesen Beitrag schreibe ich aus tiefster Dankbarkeit dafür, dass Mira am Donnerstag aus der 11 stündigen Narkose ihrer Endometriose OP erwacht ist.

Ich hatte ihr versprochen, sie bis zur Schleuse zu begleiten und sie am Ausgang vom Aufwachraum wieder in Empfang zu nehmen. Leider ist es in der Uni Klinik Münster aus hygienischen Gründen verboten den Aufwachraum zu betreten, dabei hätte ich ihr so gerne beim Aufwachen die Hände gehalten.

AufwachraumWie auch immer, es waren die schwersten 11 Stunden meines Lebens. Zu warten und zu warten und zu warten und nicht zu wissen, wie es ihr geht und ob sie in ihrem erschöpften Zustand diese OP überleben wird. Es war die Hölle. Die einzige Information, die ich mir vom Personal aus dem Aufwachraum, meistens durch die „Patiententransporter“, ergattern konnte, war, dass sie noch nicht im Aufwachraum ist.

In den ersten 7 Stunden war ich noch immer in meinem Gott-Vertrauen, doch mit jeder weiteren Stunde und den sich leerenden Fluren, ab 18 Uhr war ich meistens allein auf dem riesigen Flur, überwältigten mich immer wiede meine Gefühle, die Achterbahn fuhren.

Ich traute mich nicht mehr „meinen“ Platz zu verlassen. Hatte das Gefühl und das Bedürfnis in „ihrer Nähe“ zu sein, damit sie nicht aufgibt.

Zwischendurch habe ich überlegt, ob es Angst war, dass sie es nicht schafft. Doch es war keine Angst. Es war reine Trauer. Und worüber ich mich noch während des langen Wartens freudig bewusst wurde, war, wie viel mir Mira bedeutet und wie sehr ich sie liebe.

Dass wir zusammengehören, hatte ich schon vom ersten Tag an gewusst, doch dass ich sie Liebe, habe ich erst dort allein auf dem Flur erfahren.

Jetzt liegt sie auf einem sehr schönen Zimmer und wird gut versorgt. Das war ein so extrem heftiges Jahr mit so unglaublichen Rückschlägen und Enttäuschungen, dass ich nun unglaublich froh bin, dass es bald zu Ende ist und sie bzw. wir gesund in ein neues und hoffentlich leichteres Jahr starten werden.

 

DANKE DANKE DANKE – Gott sein Dank


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