Tschüss Beutolomäus / Eine OP im Spaziergang und von einem „Fritten-mit-Schnitzel-aber-PRONTO“ Hunger

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Liebe Leser:)

Nun ist die große OP, auf die ich mich schon so lange gefreut habe bereits HINTER MIR!!! Und seit Samstag bin ich auch schon wieder zu Hause.

Danke an die vielen, wirklich lieben Glückwünsche zur OP und das Daumen drücken, es ist so gut gelaufen, wie es überhaupt nur geht!!!

Also. Zuerst war da ja noch meine große Sorge, dass ich in Narkose gelegt werde, und dann während der OP rauskommt, dass noch irgendeine Verengung gegen die Rückverlegung des Stomas spricht… Ich war echt total aufgeregt und fast am Weinen vor Angst DAVOR (und nicht vor dem Eingriff selber).

Am Sonntag Abend kam ein Anruf von der Station, dass meine OP direkt am Montag morgen die aller erste sein würde. Nicht um 14:30Uhr, sondern bereits um 7:30 Uhr:-) Dass fanden wir natürlich sehr praktisch, denn so musste ich nicht noch den halben Tag im Krankenhaus auf die OP warten…

Am Montag Morgen ging dann alles sehr, sehr schnell. Nachdem ich umgezogen war, machte Deva noch ein Foto von mir in der super stylischen OP-Kluft;)

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Und dann ging es los – zunächst einmal zu den Anästhesisten, meinen Freunden (ihr wisst schon warum…). Dort wurde einige male versucht, mir einen Zugang zu legen. Ob es an der Aufregung lag, jedenfalls gingen die ersten frei Versuche dermaßen daneben, mir rollten immerzu die Venen weg.

Dann aber klappte es, und ich durfte in den schönen Schlummer sinken, die Narkose.

Nach dem Aufwachen ist meine erste Erinnerung:
SCHMERZ!!!:-(

Und zwar mega schlimme Bauch- und Rückenschmerzen. Geradezu wie einmal durch den Bauch geschossen, und ich musste direkt weinen. Damit hatte ich nach der letzten 12-Stunden OP nicht gerechnet, denn da hatte ich ja trotz 20 cm Bauchschnitt keinerlei Schmerzen. Und jetzt, nach vier cm Minischnitt kam ich fast um vor Schmerz.

Es gab pronto eine Novalgin-Infusion. Die brachte allerdings nichts. Nach einer Stunde war der Schmerz noch genau so stark. Also kam das nette Dipi zum Einsatz, ein Morphinhaltiges Schmerzmittel.

Das brachte eine leichte Besserung. Aber wirklich nur eine leichte. Und das ist ja eher ungewöhnlich. Nach Dipi war ich bisher immer im Himmel des Leichtgefühls und des Schmerzlosseins.

Naja. Diesmal sollte es nicht anders sein. Also beschloss ich, erst einmal zu schlafen.

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Und das tat ich dann auch sehr, sehr viel und lange. Als Deva am nächsten Tag nochmal vorbei kam, sah die Welt dank des Schlafes ein wenig besser aus. Allerdings wurde ich in ein neues Zimmer verlegt. – Dreibett mit einer sehr alten, auf den ersten Blick „bösen“ Frau im Zimmer, deren Blick ich kaum ertrug.

Es stellte ich jedoch nach einigen Stunden heraus, dass diese Frau eine sehr nette und vor allem höfliche Frau war. Und meine andere Bettnachberin fand ich sowieso von Anfang an sympathisch.

Nachdem ich also erstmal weinen musste, nach der Umverlegung, begann dann Mittags plötzlich die Euphorie in mir zu erwachen.

Und:
Ich bekam HUNGER.

Nicht so einen Tee-Zwiback-Hunger, wie wenn man sich elendig fühlt. Sondern einen richtig schlimmen „Fritten-mit-Schnitzel-aber-PRONTO“ Hunger:-P

Da waren die Krankenschwestern und -pfleger jedoch gaanz anderer Meinung. Ich bekam zunächst noch nicht einmal Zwieback!!! Es gab wirklich nur Tee – und Brühe.

Bei der Visite am Abend machte sich dann seltsames Bedürfnis in mir breit: Ich wollte unbedingt …GRIEßBREI *lach*.

Leider lächelten die Ärzte bei dieser Visite nur schlapp und ließen mich zappeln. Denn der Darm musste sich schließlich erst einmal erholen und anfangen, seine normale Arbeit wieder aufzunehmen…

 

Es war wirklich schlimm!!!
Ich – riesen Hunger, Magenknurren und langsam garstig… Und OHNE Essen. Und meine arme Bettnachberin genau das Gegenteil: Keinen Appetit und das so schlimm, dass sie wohl sogar eine künstliche Ernährung benötigt, aber dafür mit den normalen Mahlzeiten auf dem Tablett dazu… Irgendwie verkehrte Welt.

Am nächsten Morgen – dann endlich:

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ZWIEBACK…:( Igitt… Ich wollte immer noch UNBEDINGT GRIEßBREI. Und brachte damit einen Pfleger etwas ins schwanken, denn Grießbrei ist nun nicht gerade ein Standart-Essen im Krankenhaus:-P

Ich bekam ihn dann aber nach der Morgenvisite (ja, da kommt echt zwei mal am Tag die Visite im Trio rein!!!) schon mal „angeordnet“, was aber leider erst am Abend umgesetzt wurde.

Nun ja, ich hatte endlich meinen heiß ersehnten Grießbrei, und auch promt die erlösende Reaktion meines Körpers: Ich ging das erste mal nach drei Monaten Stoma auf die Toilette. Und freute mich wie ein Schneekönig, sorry für diese explizite Erklärung, aber das ist nun einmal keineswegs normal nach der Rückverlegungs-OP.

Denn meinen lieben Mitpatienten, denen auch in der selben Woche das Stoma rückoperiert wurde, ging es deutlich schlechter!!!

Sie hatten Krämpfe, mussten ständig brechen (ich kein einziges mal…), bekamen Fieber… Sie waren schlapp (ich konnte immerhin um Grießbrei kämpfen^^) und lethargisch.

Und ich spazierte am zweiten Tag schon herum und langweilte mich zu Tode…

Und dafür bin ich unendlich dankbar!!!
Meine Rückverlegung war von diesen 1 1/2 Tagen Dauerschmerz einmal abgesehen ein SPAZIERGANG!!!
Und mit jeder Visite wurden mir mehr „Speiserechte“ zugesprochen.

Der Essensplan wuchs uns wuchs, und am Samstag hieß es dann: Verabschiedung vom Krankenhaus, denn es war alles so super, dass es keinen Grund mehr dafür gab, auch nur einen Tag länger dort zu bleiben.

Danke an die lieben Krankenschwestern und -pfleger von der Station 7 in der Uniklinik!!
Und danke natürlich an die Ärzte, die so gut gearbeitet haben, dass ich diesen Spaziergang ablegen konnte:)

Und danke an Euch, liebe Leser, denn es ist ein gutes Gefühl, wenn man bemerkt, dass so viele Menschen in Gedanken bei einem sind:-)

Ganz besonders aber bedanke ich mich bei Deva. Denn er hat es die Woche immer wieder geschafft, trotz vieler Seminarstunden und Klienten ins Krankenhaus zu kommen, das ist natürlich auch eine Wunderwaffe im emotionalen Sinne;)

Liebe Grüße

Eure Mira


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